Nun wartet bei der Vuelta die Königsetappe auf Gall und Co.
Auf der 19. Etappe der Spanienrundfahrt kam es zu keinen Änderungen im Kampf um den Gesamtsieg. Felix Gall lauert als Dritter.
Kommt noch ein entscheidender Angriff auf Enric Mas und das Rote Trikot? Und wenn ja, wann? Bei der Vuelta a España steht am Samstag die Königsetappe über 186 Kilometer, fünf Bergwertungen und knapp 5000 Höhenmeter auf dem Programm. Möglichkeiten zur Attacke auf den Gesamtführenden gibt es massig, und im Finale stellt sich noch der Collado del Alguacil mit seinen 8,3 Kilometern und einer Steigung von 9,8 Prozent im Mittel auf. Spätestens dort wird es wohl zu einem klassischen Ausscheidungsrennen kommen. Auch wenn andere nach dem prestigeträchtigen Tagessieg in der spanischen Sierra Nevada trachten, werden die Hauptprotagonisten der Gesamtführende Enric Mas, Primož Roglič (Red Bull/+1:37) und Felix Gall (Decathlon/+3:01) sein.
Dass sich Roglič mit dem zweiten Platz nicht kampflos abfindet, zeigte sich schon im Schlussanstieg der 19. Etappe auf den Puerto de Peñas Blancas hinauf. Der Slowene könnte am Sonntag mit dem fünften Gesamtsieg in Spanien der alleinige Rekordhalter sein. Sein Rennstall forcierte zwar das Tempo in der Gruppe der Kapitäne, doch nicht stark genug, um sie früh im steilsten Teil entscheidend zu dezimieren. So kam der Viertplatzierte Richard Carapaz (EF) in die Versuchung, Gall anzugreifen. Doch der ließ keinen Zweifel an seiner Stärke aufkommen. Zwei Kilometer vor dem Ende starteten Roglič und kurz darauf noch Gall letzte Versuche, doch fuhren die Klassementfahrer gemeinsam über die Ziellinie. Mas zeigte mit seiner Mannschaft „Movistar“ eine sehr kontrollierte Leistung und unterstrich damit, dass es am Samstag nicht einfach wird, ihm das Rote Trikot auszuziehen. Zumindest wenn der Spanier nicht zu früh seine Helfer verliert, und die werden wohl viel Arbeit bei dem permanenten Auf und Ab verrichten müssen – das wissen auch Roglič und Gall.
Den Tagessieg sicherte sich ein Ire: Eddy Dunbar gewann aus einer Fluchtgruppe heraus. Es war sein insgesamt dritter Etappensieg bei der spanischen Landesrundfahrt, aber der erste überhaupt in einer Grand Tour für sein Team „Pinarello Q36.5 Pro“.