Und so etwas nennt man Arbeitsklima?

Sexuelle Belästigung und Führungskräfte, die wegschauen. Was sich in einer Abteilung der Landesregierung abspielte ist kein Einzelfall in der Arbeitswelt.
Ein Mädchen trägt lieber weite Pullover, weil sie nicht mehr will, dass ein fast 30 Jahre älterer Mann ihren Körper mustert. Ein junger Mann wird – mit der Absicht ihn zu beleidigen – als schwul bezeichnet. Der Grund: Er legt Wert auf eine gepflegte Frisur.
Es gibt noch mehr Episoden aus einem Gerichtsprozess um sexuelle Belästigung, die das Bild einer Arbeitsumgebung zeichnen, die hochproblematisch ist. Dass der Arbeitgeber das Amt der Kärntner Landesregierung ist, mag dienst- und disziplinarrechtlich von Bedeutung sein. Für die Betroffenen ist dieser Umstand egal. Sie fühlen sich bedrängt, alleine damit ist eine Grenze überschritten.
Warum solche Missstände selten aufgedeckt werden, zeigte der Prozess auch. Es liegt nicht daran, dass solche Fälle selten sind. Es liegt daran, dass jungen Menschen oft Worte und Mut fehlen, diese Dinge anzusprechen. Ihnen kann man das nicht vorwerfen. Wer in eine Umgebung kommt, wo so ein Ton normal zu sein scheint, wird sich nicht nach ein paar Monaten auflehnen.
Wer weglächelt, sollte nachdenken
Wer aber mit ein paar Jahren Erfahrung solche Dinge immer noch wegglächelt, sollte sich Gedanken über das Wort Beitragstäter machen. Und die eigentlichen Täter sollten jetzt erst recht nachdenken.