Dieser Mann sammelt alles aus alter Zeit, wo Kirchbach draufsteht
Wer sich für das alte Kirchbach interessiert, kommt um die Heimatsammlung von Franz Tomberger nicht herum. Seine Schätze reichen von Ansichtskarten über Fotografien bis zu Zeitungsartikeln und sind online zu sehen.

„Ich sammle keine Gegenstände“, stellt Franz Tomberger klar. Seit rund 30 Jahren arbeitet der 64-jährige Kirchbacher mittlerweile an seiner privaten Heimatsammlung. Sie umfasst Ansichtskarten, Fotografien, Briefe, Zeitungsartikel und Alltagsdokumente aus der Vergangenheit. Jedes Stück hat einen Bezug zu seinem Heimatort Kirchbach.
Wie kam der passionierte Sammler zu seinem Hobby? In einer Maschinenbaufirma arbeitete sich der gebürtige Kirchbacher vom Lehrling bis ins Qualitätsmanagement hoch. „Die Heimatsammlung habe ich als Ausgleich zum Beruf begonnen. Ich wollte ein Hobby, das nichts mit Technik zu tun hat“, erklärt er. Mittlerweile ist er in Pension und kann sich in aller Ruhe seiner Leidenschaft widmen: „Es begann mit einer Ansichtskarte vom Flohmarkt. Über die Jahre kamen immer mehr Dinge dazu. Bis heute sammle ich alles, wo Kirchbach draufsteht.“
Kuriosa und ganz alte Briefe
Zu seinen Schätzen zählen auch Kuriosa wie Beichtzeugnisse, Sparbücher oder Bankscheine. Das älteste Dokument seiner Sammlung datiert aus 1819. Besonders stolz ist er auf über hundert historische Ausstellungsblätter. Alte Briefe haben es ihm ebenfalls angetan. „Die Briefmarke wurde erst 1850 eingeführt. Davor bekamen Briefe nur einen Stempel. Briefe aus der Zeit der sogenannten Vorphilatelie sind begehrte Sammlerstücke. Ein solcher Brief aus Kirchbach fehlt mir aber noch“, verrät er.
Zur Person
Nach der Lehre absolvierte Franz Tomberger die Werksmeisterschule.
Danach schloss er eine HTL für Maschinenbau ab.
Im zweiten Bildungsweg machte er noch eine Ausbildung in Automatisierungstechnik und General Management.
Private Website: www.tomberger.net
Wo findet man all das? Regelmäßige Flohmarktbesuche gehören zu seinem Sammlerleben. „Dort findet man immer etwas, was das Herz höher schlagen lässt“, schwärmt Tomberger. Sammlerbörsen, Onlineportale, Vereine oder Schenkungen sind für ihn weitere wichtige Bezugsquellen. „Ich bin sehr froh, wenn jemand etwas bei mir abgibt, anstatt es einfach wegzuwerfen. Dinge, die im Müll landen, sind für immer verloren“, weiß er.
Eigene Website und Detektivarbeit
Das Sammeln ist für Tomberger aber kein Selbstzweck. Auf seiner privaten Webseite teilt er seine Fundstücke mit der Öffentlichkeit: „Ich wollte immer, dass sich auch andere daran erfreuen können. Weil ich nicht jeden zu mir nachhause einladen kann, habe ich meine Kirchbach-Sammlung online gestellt.“ Dort findet man alte Ansichten, Zeitungsmeldungen von früher, Fakten aus der Ortsgeschichte und vieles mehr. Der Bestand wird laufend aktualisiert.

Dafür gibt es großes Interesse und viel Zuspruch. Wenn es Fragen gibt, stellt Tomberger gern sein Wissen bereit. „Wenn ein altes Haus, ein historischer Standort oder Ähnliches gesucht wird, werde ich kontaktiert. Einmal konnte ich sogar bei einem Grundstücksstreit helfen. Auf einem alten Foto aus meiner Sammlung war ein aktuell zugebauter Weg zu sehen. Das war richtige Detektivarbeit,“ schildert er.
Irgendwann möchte Tomberger Teile seiner Sammlung in Buchform veröffentlichen. So will er seine Faszination für die Vergangenheit mit vielen anderen teilen. „Mit jedem einzelnen historischen Dokument kann man sich in alte Zeiten zurückversetzen. Der Blick in die Geschichte zeigt mir immer wieder, wie hoch unser heutiger Lebensstandard ist. Da wird die kleinste Unzufriedenheit sofort belanglos“, so Tomberger.