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So verbreitet sich ein kühler Trend in Osttirol und Oberkärnten

Die Cold-Water-Challenge 2.0 ist nach Osttirol und Oberkärnten geschwappt. Musikvereine sorgen dabei mit kreativen Videos für nasse und humorvolle Unterhaltung.

Musikvereine im Wasser
© KK/Instagram
Ab ins kühle Nass: Mit kreativen Videos und viel Humor nehmen immer mehr Kapellen und Vereine die Cold-Water-Challenge 2.0 an
Leonie Katholnig
Regionalbüro Oberkärnten

Wer im Sommer bei Temperaturen jenseits der 30 Grad nach einer Abkühlung gesucht hat, dürfte die Idee hinter der Cold-Water-Challenge durchaus nachvollziehen können. Einfach rein ins kalte Wasser und schon ist die Hitze vergessen. Ganz so einfach machen es sich die Teilnehmer der Cold-Water-Challenge 2.0 allerdings nicht. Denn bevor gesprungen wird, muss erst ein möglichst kreatives Video her. Und davon gibt es mittlerweile einige.

Die Challenge, die sich im Juli von Tirol aus verbreitete, hat inzwischen auch Osttirol und Oberkärnten erreicht. Trachtenkapellen sowie Landjugendgruppen nominieren sich dabei gegenseitig. Wer die Herausforderung nicht innerhalb einer Woche annimmt und ein Video veröffentlicht, muss sich auf eine kleine „Strafe“ einstellen. Eine regionale Jause, ein gemeinsamer Konzertausflug oder ein anderer geselliger Tag mit dem nominierenden Verein können dann fällig werden.

Ein alter Trend kehrt zurück

Ganz neu ist die Idee nicht. Schon vor einigen Jahren sorgte die ursprüngliche Cold-Water-Challenge für zahlreiche Videos in den sozialen Medien. Vereine und Gruppen sprangen ins kalte Wasser, nominierten anschließend weitere Teilnehmer und stellten diese vor dieselbe Wahl: Mitmachen oder eine kleine Gegenleistung spendieren. Nun erlebt die Challenge ihre zweite Auflage. Der Anlass war zunächst der heiße Sommer. Doch während sich die Lufttemperaturen mittlerweile langsam wieder abkühlen, bleiben einige Musikvereine offenbar hartnäckig – und springen trotzdem noch ins Wasser.

Italienurlaub mit Umweg in die Möll

Bei der Trachtenkapelle Heiligenblut stand ursprünglich sogar ein Ausflug nach Italien auf dem Programm. Sonne, Strand und Meer – so war zumindest der Plan der Beifahrer im Auto. Am Ende entschied allerdings der Fahrer und es wurde daraus ein Ausflug in die Möll. Gut, das Meer war es nicht. Aber Wasser ist schließlich Wasser. Und schön war der Ausflug offenbar trotzdem.

„Auf der Stelle abtauchen!“

Besonders kreativ ging es bei der Musikkapelle Gaimberg zu. Mit musikalischer Begleitung und einer eigenen Ansage wurde die Aktion ordentlich vorbereitet. Dann kam der entscheidende Befehl: „Musikkapelle Gaimberg, auf der Stelle abtauchen!“ Und wie es sich für eine gut organisierte Kapelle gehört, wurde nicht lange diskutiert. Ab ins Wasser – und zwar in den Tristacher See.

Baywatch-Einsatz in Dölsach

Bei der Musikkapelle Dölsach wurde die Sache hingegen zum dramatischen Rettungseinsatz. Passend dazu erklang die bekannte Musik aus „Baywatch“. Die Damen der Kapelle gerieten wohl in Seenot und mussten selbstverständlich gerettet werden. Als die Männer schließlich bei den Marketenderinnen ankamen, wurde aber schnell klar: Das Untergehen war gar nicht das Problem. Viel dramatischer war offenbar der Durst. Die Rettungsmaßnahme war schnell gefunden: Ein Schnaps musste her.

Keine Ausrede mehr

Auch die Musikkapelle Thurn zeigte, dass eine Challenge nicht unbedingt mit einer Großveranstaltung verbunden sein muss. Zunächst wurde versucht, möglichst viele Mitglieder zusammenzutrommeln. Doch ein Anruf nach dem anderen endete mit einer Absage. Arbeit auf der Alm, Frühschoppen, Urlaub – die Ausreden, beziehungsweise durchaus nachvollziehbaren Gründe, waren zahlreich. Am Ende blieben genau zwei Musiker übrig. Aber aufgegeben wurde nicht. Die Challenge musste schließlich erfüllt werden. Also blieb den beiden nichts anderes übrig, als sich zu „erbarmen“ und – ganz gegen ihren Willen natürlich – zur Abkühlung in den Pool zu springen.

Die Challenge zieht weiterhin ihre Kreise. Während die Tage langsam kühler werden, dürfte auch das Wasser nicht gerade wärmer werden. Ob die weiteren nominierten Kapellen trotzdem noch mutig ins kalte Nass springen, wird sich zeigen. Vielleicht entscheidet sich der eine oder andere Verein auch für die Alternative und nimmt die „Strafe“ in Kauf. Ganz so schlimm dürfte diese allerdings nicht sein, denn am Ende verbringen die Vereine Zeit miteinander. Und vielleicht ist genau das der eigentliche Sinn der Challenge. Auch wenn ein Sprung ins kalte Wasser natürlich die bessere Geschichte fürs Video liefert.