Kein Nahversorger: „Große Ketten würden liefern, aber der Betreiber fehlt“
Der ehemalige Unimarkt-Standort in St. Stefan ob Leoben steht nach wie vor leer. Die Suche nach einem Nahversorger für die Gemeinde gestaltet sich schwierig.
Es war ein Schock für die Bevölkerung von St. Stefan ob Leoben, als bekannt wurde, dass der einzige Nahversorger in der Gemeinde zusperren muss. Für viele war der Unimarkt nämlich die einzige Möglichkeit, selbstständig und ohne Auto im Ort einkaufen gehen zu können. Lange hoffte man, dass die Unimarkt-Filiale von Spar oder Rewe übernommen wird, wie das an anderen Standorten der Fall war. Doch Mitte Jänner wurde das Geschäft dauerhaft geschlossen.
Dass die Suche nach einem Nachfolger schwierig wird, das wusste man damals schon. Acht Monate nach der Schließung ist immer noch kein neuer Betreiber in Sicht. Und das trotz aller Bemühungen des Bürgermeisters Ronald Schlager.
Geschäftsfläche zu groß?
„Das Problem ist, dass den meisten die Geschäftsfläche zu groß ist“, erklärt der Bürgermeister. „Ideal wäre eine kleine Geschäftsfläche, wo man die Produkte des täglichen Lebens bekommt“, sagte Schlager schon im Mai dieses Jahres. Bei einem anderen Standort wäre laut Bürgermeister „der ein oder andere einverstanden”. Doch den bestehenden Standort aufzugeben und eine neue Geschäftsfläche zu finden, würde die Gemeinde bloß vor noch größere Schwierigkeiten stellen.
Klar sei jedenfalls: „Die großen Ketten würden uns mit Waren beliefern, da wäre fast überall ein grünes Licht da. Aber der Betreiber fehlt“, sagt der Bürgermeister.
Schlager führe aber weiterhin Gespräche mit möglichen Nachfolgern – zuletzt etwa in der Vorwoche, als er sowohl mit einem Konzern, der das Geschäft beliefern würde, als auch mit einem möglichen Betreiber telefoniert habe, wie er informiert. „Die Rahmenbedingungen passen beiden zurzeit“, so Schlager. Es spiele auch die Kaufkraft in der Gemeinde eine Rolle, ob sich jemand für den Standort entscheidet, oder nicht. Im Oktober soll die Gemeinde eine Rückmeldung erhalten.
