Überflutungen an Adriaküste: Lage bis Freitagabend angespannt
Kaltfront in Kombination mit einem Italientief bringt weiter Sturm und große Regenmengen. Bis zu 200 Millimeter Regen binnen 48 Stunden erwartet.

Das stürmische Wetter setzte in Slowenien in der Nacht auf Donnerstag ein, zuvor hatten Unwetter schon den Norden Italiens erreicht. Hagel und Sturm hatten bereits am Mittwoch erste Schäden angerichtet, viele Parks wurden aus Sicherheitsgründen in Norditalien gesperrt.
Am Donnerstagmorgen ertrank eine Frau Latisana in der Region Friaul Julisch-Venetien in ihrem Auto. Das Fahrzeug war in einer überfluteten Unterführung eingeschlossen.
Im Nordwesten Sloweniens fielen bis in die Morgenstunden 65 Millimeter Niederschlag. „Derzeit liegt eine Kaltluftmasse über der Region, während ein Tiefdruckgebiet vom Golf von Genua über die Adria zieht“, teilt die slowenische Umweltagentur Arso Donnerstagvormittag mit. In Piran wurde bereits der Tartini-Platz (Tartinijev trg) überflutet und über die engen Gassen der Altstadt ergießen sich die Wassermassen. Auch in Triest kam es zu kleineren Überflutungen der Straßen. Nach Angaben der Behörde für Zivil- und Katastrophenschutz wrden Feuerwehren in Piran, Koper und Izola zu mehrern Einsätzen alarmiert: „Wir verzeichnen derzeit insgesamt 41 Einsätze, bei denen es sich vorwiegend um das Abpumpen von Wasser handelt. An einigen Orten dauern die Einsätze noch an. Derzeit sind 60 Feuerwehrleute mit 14 Fahrzeugen im Einsatz. Wir bitten die Bevölkerung um Verständnis und Geduld sowie um die strikte Einhaltung von Selbstschutzmaßnahmen“, teilte die Feuerwehr Koper Donnerstagmittag mit.
Zweithöchste Warnstufe an Adria
Für die nächsten 48 Stunden wurde für alle betroffenen Regionen der drei Länder, Italien, Slowenien und Kroatien an der nördlichen Adria die orange, die zweithöchste Warnstufe ausgesprochen: Stürme und vor allem Starkregen werden erwartet und Überschwemmungen und Murenabgänge befürchtet.
Die Lage bleibe bis Freitagabend äußerst angespannt, warnen die Meteorologen. Das Vorhersagemodell „Icon-D2“ rechnet speziell in den Küstengebieten im Norden der Adria, von Venedig über Triest in Italien, über Koper und Portorož in Slowenien bis ins kroatische Istrien mit Regenmengen von 100 bis 200 Millimeter binnen 48 Stunden.

Überschwemmungen und Erdrutsche
Dazu kann es durch die immer noch sehr warme Adria immer wieder zu kräftigen Gewittern mit starken Windböen kommen, die bis in Karstregion im Landesinneren ziehen können. Angesichts der vorhergesagten Regenmengen warnt der Geologische Dienst Sloweniens vor einem erhöhten Erdrutschrisiko, insbesondere im Südwesten und Westen des Landes. Aber auch in anderen Landesteilen steige die Wahrscheinlichkeit von Erdrutschen proportional zur Niederschlagsmenge, teilte die Behörde mit.
Arso empfiehlt, die Radarbilder zu den Niederschlägen, aktualisierte Wetter- und hydrologische Vorhersagen sowie amtliche meteorologische und hydrologische Warnungen regelmäßig zu verfolgen: „Bewohner sollten Veränderungen an Böden, Bauwerken und Hängen im Auge behalten. Besonderes Augenmerk sollte auf das Auftreten frischer Risse, Bodensenkungen, Erdrutsche sowie Wasseransammlungen an der Oberfläche gelegt werden. Sollten Veränderungen am Boden oder an Bauwerken auftreten oder ein Erdrutsch ausgelöst werden, sollte umgehend der Notruf gewählt werden.“
Angespannt bis Freitagabend
Wetterberuhigung ist für Samstag angekündigt. Der Regen wird entlang der nördlichen Adria Freitagabend nachlassen. Am Samstag wird sich die Sonne wieder zeigen, es kann aber zeitweise in Istrien und an den Küsten entlang des Velebit-Kanals stürmisch werden. Für die gesamte kroatische Küste wurde vom Wetterdienst DHMZ am Samstag eine gelbe Warnung wegen starken Windböen ausgesprochen. Im Süden, etwa in Dubrovnik sind in den Nacht- und Morgenstunden noch Gewitter möglich.
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