Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Wegen Ärztemangels: Patient wurde für Untersuchung nach Graz geflogen

Der Ärztemangel an der Radiologie im Klinikum Klagenfurt verlangt nach unkonventionellen Lösungen. Bei Lücken im Dienstplan werden Patienten zur Untersuchung nach Graz geflogen.

Der Personalengpass in der Radiologie sorgt dafür, dass Patienten nach Graz ausgeflogen werden (Symbolfoto)
© IMAGO/Imago Stock&people
Der Personalengpass in der Radiologie sorgt dafür, dass Patienten nach Graz ausgeflogen werden (Symbolfoto)

Es ist eine Lücke im Dienstplan, die Patientinnen und Patienten Sorgen bereitet: In der Interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt gibt es im September an 15 Tagen ab 14:30 Uhr keinen Facharzt, wie der ORF-Kärnten berichtet. Der Grund dafür: Alle vier spezialisierten Mediziner der Abteilung haben Anfang August wegen Überlastung geschlossen gekündigt.

Die Konsequenz: Kärntner Notfallpatienten, die etwa nach einem schweren Schlaganfall einen minimalinvasiven Eingriff benötigen, müssen nach der Erstversorgung ausgeflogen werden. Sie werden am Universitätsklinikum Graz untersucht.

Patient wurde nach Graz geflogen

Hans-Jürgen Gallowitsch, Medizinischer Direktor des Klinikums, bemüht sich um Beruhigung: Die Versorgung der Patienten sei garantiert, das Zeitfenster für Transporte reiche aus. „Die Patienten kommen zu uns ins Haus, werden entsprechend analysiert. Also die Vorbehandlung ist so wie üblich. Und dann, wenn es die Indikationen gibt, wird Graz entsprechend kontaktiert und der Patient mit dem Hubschrauber nach Graz gebracht. Das Zeitfenster erlaubt uns, das zu tun. Wir hatten auch in den letzten paar Tagen schon einen Einsatz. Das hat recht gut funktioniert. Der Patient wurde rechtzeitig nach Graz transferiert und auch behandelt“, erklärte er im ORF. Sollte der Rettungshubschrauber wetterbedingt am Boden bleiben, stehe laut Gallowitsch ein Intensivtransportwagen bereit, um den Transfer über die Pack auf der Straße abzusichern.

Hans-Jürgen Gallowitsch, Medizinischer Direktor
© KK
Hans-Jürgen Gallowitsch, Medizinischer Direktor

Wenn es die Indikationen gibt, wird Graz entsprechend kontaktiert und der Patient mit dem Hubschrauber nach Graz gebracht.

— Hans-Jürgen Gallowitsch

Eine Dauerlösung solle das Ausfliegen der Patienten aber nicht werden, betone Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ). Man führe Gespräche mit Fachkräften, um die Pläne rasch zu stabilisieren. Bis dahin soll ein „Hybridmodell“ aus einem internen Kernteam und externen Experten die Lücke schließen. Bezahlt werden die Untersuchungen in Graz aus dem Kärntner Gesundheitssystem.

Gesundheitsreferentin Beate Prettner
© Helmuth Weichselbraun
Gesundheitsreferentin Beate Prettner

Kritik an Gesundheitsstruktur

Kritik kommt unter anderem von FPÖ-Gesundheitssprecher Christoph Staudacher. „Prettner sagt seit Wochen, dass verhandelt wird, aber konkrete Informationen, wie es tatsächlich weitergeht, fehlen.“ Auch Neos-Landessprecher Janos Juvan übt Kritik: „Kärnten gibt Unsummen für ein Gesundheitssystem aus, mit dem am Ende niemand zufrieden ist – nicht die Patienten, nicht das Personal, nicht die Steuerzahler. Wer so viel Geld ausgibt und trotzdem so schlechte Ergebnisse liefert, hat kein Geldproblem, sondern ein Strukturproblem.“