Ein Auto als vertrauensbildende Maßnahme: So fährt sich der ID. Polo
VW ID. Polo: Mit dem Auto steht viel auf dem Spiel. Wie er sich fährt, was er besser kann als die Konkurrenz – und alles, was man wissen muss, auch im Video.

Man fährt ein paar Meter und denkt sich: War es wirklich notwendig das Vertrauen seiner eigenen Kunden so auf die Probe zu stellen? Hätte man sich nicht gleich mit einem ID. Polo das Leben leichter machen können?
Hat man nicht. Volkswagen machte den Umkehrschwung Richtung E-Mobilität so überhastet, dass etwa die erste Generation des ID. 3 immer wieder Kritik einstecken musste. Für Details (Slider, unbeleuchtet) bis zum Fahrverhalten.
Jetzt fährt man schon ein paar Kilometer mit dem ID. Polo und findet langsam das Vertrauen wieder. Das ist ein Volkswagen. Das ist ein echter VW. Spricht man mit Technikern und Ingenieuren aus dem Konzern, wird der Stolz spürbar, all die Schlagzeilen, all die Diskussionen der letzten Wochen und Monate – dieser ID-Polo ist das beste Gegenargument.
Wie er sich fährt, wie er einlenkt, wie er bremst, wie er Unebenheiten wegfedert, das ist einfach eine eigene Klasse. Alleine die Bremse: Ein Sensor synchronisiert mechanisches und rekuperatives Bremsen so, dass man kein synthetisches Gefühl am Fußballen hat, und hinten hat man die Trommelbremsen mit Scheibenbremsen ausgetauscht – gut so.
Der Radstand (2,60 Meter) gibt schon die Tonalität beim Komfort vor: Da gibt es kein Poltern an der Vorderachse, der Kleine kommt nicht ins (Nach-)Zittern bei tieferen Unebenheiten, alles ist unspektakulär und selbstverständlich. Der Komfort ist für ein Auto in der Klasse einfach überraschend gut. Genauso wie der Frontantrieb, die Kraftentfaltung.
Beim Innenleben fühlt man sich wie zu Hause, nix ist überkandidelt, alles klar und weisungsgebunden an die Zweckmäßigkeit, ohne überorganisiert zu wirken. Das oben und unten abgeflachte Lenkrad, die Tasten zur Bedienung am selbigen, alle Bedienelemente sind in Griffweite, der 12,9-Zoll-Bildschirm liegt gut im Blick, die Tastenreihe ein Stockwerk tiefer verspricht klassische Bedienung. Platz gibt’s genug, vorne wie hinten und im Kofferraum (441 l). Bei den Assistenzsystemen macht man mit dem „Connected Travel Assist“ mit Ampelerkennung und assistiertem Fahrspurwechsel den größten Sprung.

Elektrisch kommen zwei Batteriegrößen (37 kWh, 52 kWh netto) mit unterschiedlichen Zellchemien und drei Leistungsstufen (85 kW, 99 kW, 155 kW) zum Einsatz. Geladen kann mit bis zu 105 kW, die Reichweite schafft zwischen 334 km und 454 km offiziell, Verbrauchswerte sind rund um 15 kWh/100km realistisch (13,3 offiziell).
Preislich spreizt sich der ID. Polo weit auf: Von 19.990 Euro (mit allen Incentives) bis 41.990 Euro. Realistisch wird man zwischen 25.000 und 30.000 Euro liegen.