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Kärntner Bürgermeister reinigte „eigenmächtig“ beschmiertes Denkmal

Es gibt eine neue Wendung im Fall der Beschmierung des Gedenksteins des Kärntner Abwehrkämpferbundes in Ettendorf bei Lavamünd.

Seit der Anzeige am 5. September ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Sachbeschädigung
© KAB Ettendorf
Seit der Anzeige am 5. September ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Sachbeschädigung
Petra Mörth
Redakteurin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Nach der Beschmierung des Gedenksteins des Kärntner Abwehrkämpferbundes (KAB) in Krottendorf bei Ettendorf ermittelt die Lavamünder Polizei wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Doch während die polizeilichen Ermittlungen noch laufen, nahm die Geschichte plötzlich eine Wendung. „Leider wurde die Farbe von Montag auf Dienstag von unbekannter Seite ohne Rücksprache entfernt. Dadurch könnte mögliches Beweismaterial beseitigt worden sein, das für die Ermittlungen von Bedeutung gewesen wäre“, schreibt Tanja Lesicnik, die Obfrau der Ortsgruppe des KAB Ettendorf, auf ihrer Facebookseite, wo sie auch um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung bat.

„Ohne viel nachzudenken“ gehandelt

Wenige Stunden später löste sich das Rätsel um die wundersame Reinigung auf. „Die mutwillige Verunreinigung dieses Ortes des Gedenkens hat mir von Herzen weh getan“, sagt der Lavamünder Bürgermeister Wolfgang Gallant (LWG), der aufgrund seiner persönlichen Familiengeschichte – sein Großvater war selbst Abwehrkämpfer – eine enge Bindung zu dem besagten Denkmal habe. Außerdem würde er sich für den Gedenkstein des KAB Ettendorf „ein bisschen verantwortlich“ fühlen, da die jährliche Pacht für das Grundstück, auf dem er steht, von seinen Verfügungsmitteln bezahlt werde. Daher schritt er nach seinem Urlaub „ohne viel nachzudenken“ gleich selbst zur Tat. „Nachdem ich mich bei einem Steinmetz erkundigt habe, reinigte ich den polierten Stein mit Nitroverdünnung. Das ging ganz schnell“, so Gallant, der sich dabei auch filmen ließ.

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Vonseiten des Kärntner Abwehrkämpferbundes dankt die Ortsgruppenobfrau indes dem Bürgermeister für die „eigenmächtige Reinigung“. Nichtsdestotrotz hätte man sich als Eigentümer des Gedenksteines erwartet, dass man von Gallants Absichten im Vorhinein erfahren hätte. „So kann nämlich die Höhe des ursprünglichen Schadens nicht mehr festgestellt werden“, bedauert Lesicnik.

Durch die Reinigung könne die Höhe des ursprünglichen Schadens nicht mehr eruiert werden – bedauert die KAB Ettendorf-Obfrau
© Privat
Durch die Reinigung könne die Höhe des ursprünglichen Schadens nicht mehr eruiert werden – bedauert die KAB Ettendorf-Obfrau

Keine Auswirkungen auf Ermittlungen

Auf die polizeilichen Ermittlungen würde sich die Aktion des Lavamünder Bürgermeisters, der diese den Beamten selbst gemeldet hat, nicht auswirken. „Am 5. September wurden unmittelbar nach der Anzeigenerstattung Lichtbilder angefertigt, die die Sachbeschädigung ausreichend dokumentieren“, sagt Polizeisprecher Matthias Kogelnig. Zur Klärung der Tat würden von der Polizeiinspektion Lavamünd noch weitere Erhebungen durchgeführt werden.

Der Vorfall sei, wie bereits berichtet, auch dem Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) zur Kenntnis gebracht worden.