„Eagles“ Graz bauen nicht auf Basketballwunder – aber auf Österreicher
Alles neu im Grazer Profibasketball der Männer: Die „Eagles“ Graz haben ihre Formation eingenommen und heben in Richtung Superliga ab.
Die Adler haben ihre Schwingen in Graz ausgebreitet und zweieinhalb Wochen vor dem ersten Aufwurf in der Superliga an Flughöhe gewonnen. Emporgestiegen aus dem UBSC Graz, präsentieren sich die „Eagles Graz“ für die am 26. September beginnende Superliga bereits in voller Stärke und mit einem klaren Ziel im ersten Jahr. Die jungen heimischen Spieler sollen auf Bundesliganiveau gehoben werden, wie es die zwei Neuzugänge Valentin Pastek (Eisenstadt) und Jonathan Knessl (Oberwart) mitbringen. Mit ihnen bilden fünf Legionäre, ohne die es „in der heimischen Liga einfach unmöglich wäre zu reüssieren“, sagt Obfrau Kerstin Höger, das sportliche Fundament, auf dem der Aufbau heimischer Spieler aktiv forciert werden soll.
Auch die Zeit von Högers Sohn Yves in Kapfenberg war eine ihrer Triebfedern in diesem Bereich: „Wir haben gute österreichische Jungs, die einfach eine Chance brauchen. Man sieht immer wieder, dass die heimischen Spieler ein bisschen untergehen.“ So ist es eine Prämisse, dass bei den Eagles „jeder zum Spielen kommen wird. Man darf sich keine Wunder erwarten, aber wir werden sicher nicht die Letzten sein.“
Vorgaben, wie der Trainer aufstellen soll, gibt es freilich keine. Das Vertrauen in das Fingerspitzengefühl von Ervin Dragšič ist mehr als gegeben. „Wir werden natürlich schauen, dass sie ihre Chancen bekommen, und wenn sie ihre Leistung bringen, werden sie mehr spielen. Aber die Einsatzzeiten sind natürlich auch abhängig davon, wie sie sich steigern. Es bleibt eine Frage der Qualität. Das erste Jahr ist aber immer schwierig.“
Der Trainer ist der einzige Verbliebene der alten Struktur. „Graz ist für mich wie eine zweite Heimat. Sie haben mir im Juni ihre Pläne und Projekte vorgestellt, und das hat mir gut gefallen“, sagt er und fügt mit einem Lachen an: „Es motiviert mich, wenn wir uns als Underdog beweisen können, und ich bin es ja gewohnt, dass jedes Jahr alles neu ist.“ Das Ziel bleibt ebenso ein altbekanntes: das direkte Erreichen des Viertelfinales über einen Top-sechs-Platz im Grunddurchgang.
Doch will das Projekt nicht als Bruch mit der Vergangenheit verstanden werden, denn die „UBSC“-Tradition wurde nicht vollends aufgegeben. Es war mehr ein Durchstarten auch abseits des Sportlichen. Nicht nur das Offenkundige wie Namen, Logo und auch der Kader wurden geändert. „Wir wollen, dass Heimspiele zum Erlebnis werden. Dass Zuseher und Spieler auch wirklich merken, dass es ein Heimspiel ist“, sagt Geschäftsführer Martin Mitter. Dazu habe man sich einige Elemente einfallen lassen, die mit dem Heimstart im Oktober im Sportpark eingeführt werden, erklärt Mitter, der auch eine Digitalisierung des Vereins („Wir haben nur noch wenige Zettel“) vorangetrieben hat, um Planung und Organisation von der Kampfmannschaft bis zu den gut 220 Kindern straff und direkt zu halten.
Der Nachwuchs würde einen guten Zuspruch erfahren, sagt Mitter. „Wir werden eher ein Platzproblem bekommen.“ Parallel wird auch an einem engeren Schulterschluss zum eigenständigen „Schwesterverein“ UBSC-DBBC Graz gearbeitet, sowie an der Realisierung eines eigenen, frei zugänglichen Livestreams der Spiele, um die digitale „Laufkundschaft“ auf Social Media für Basketball in Graz zu begeistern.