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Post aus Grado: Hilfe, die Lagune bröckelt!

Fischer in der Lagune von Grado
© Imago
Fischer in der Lagune von Grado

Autor Stefan Maiwald lebt seit vielen Jahren in Italien. Für die Kleine Zeitung schreibt er regelmäßig über den Alltag in Grado.

In Österreichs Supermärkten gibt es seit Ende August Spekulatius zu kaufen. Aber auch in Grado wird bei 35 Grad und bestem Strandwetter schon an Weihnachten gedacht. Und es gibt gute Nachrichten: Ab dem 5. Dezember wird auf dem Campo Patriarca Elia, also direkt neben der Kirche, eine monumentale Krippenlandschaft aufgebaut, die eng mit dem verstorbenen Papst Franziskus verbunden ist.

Die Krippe wurde 2024 auf dem Petersplatz in Rom gezeigt – und Franziskus hat sie damals selbst eingeweiht. Nun zieht das Kunstwerk für die Weihnachtszeit nach Grado. Die Anlage besteht aus 54 Figuren mit einer Höhe von bis zu drei Metern. Dazu kommen ein Boot, Pfähle und andere Elemente, die an die Lagune von Grado erinnern.

Warum ausgerechnet Grado? Weil sie hier entstanden ist – diese Kolumne berichtete damals ausführlich. Beteiligt waren Künstler und Handwerker aus der Region sowie die Vereinigung Portatori della Madonna di Barbana.

Tausende Arbeitsstunden steckten in der Krippe, und für Bürgermeister Giuseppe Corbatto ist die Rückkehr deshalb etwas Besonderes: Das Werk sei Ausdruck von Kunst, Handwerk und Gemeinschaft. Nach dem großen Auftritt in Rom also jetzt die Rückkehr nach Hause.

Argini in schlechtem Zustand

Aber auch die Realpolitik hat uns im Griff („Realpolitik“ ist übrigens ein Wort, das es in die italienische Sprache geschafft hat – ich zucke jedes Mal zusammen, wenn es in den Nachrichten auftaucht). Denn Grados Lagune bröckelt vor sich hin. Die sogenannten Argini, also die kleinen Dämme und Uferbefestigungen rund um die Fischereigebiete, sind teilweise in schlechtem Zustand.

Und zwar nicht nur ein bisschen. Von den insgesamt 72 Kilometern Dämmen rund um die Fischereigebiete der Lagune sind nach ersten Untersuchungen fast 50 Prozent gefährdet.

Denn wenn die Dämme fehlen, können die Fischereigebiete nicht mehr richtig vom übrigen Lagunenwasser getrennt werden. Und bei Hochwasser könnten die frechen Fische entkommen.

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Forschungsprojekt

Deshalb läuft nun ein Forschungsprojekt der Region und der Universität Triest. Dabei kommen auch Drohnen zum Einsatz. Die Wissenschaftler untersuchen, wie sich die Lagune verändert, wie Sedimente wandern und wie sich die Fischereigebiete möglichst naturnah schützen lassen. Denn diese „valli da pesca“ gehören seit Jahrhunderten zur Kulturlandschaft der Lagune und sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Außerdem sind sie eine wichtige Einnahmequelle für so manchen Gradeser.

Die Lagune sieht von außen wunderbar zeitlos aus – aber unter der Oberfläche verändert sie sich ständig. Und manchmal muss man viel tun, damit sie so bleibt, wie wir sie kennen.