Autokäufer steigen wieder auf die Bremse, nur bei E-Autos nicht
Seit Jahresbeginn 212.140 neue Pkw zugelassen. Zuwachs bei den neu verkauften Fahrzeugen hat sich zuletzt abgeschwächt. E-Autos legten um 46 Prozent zu. BYD holt auf.

Die Zahl der neu zugelassenen Autos hat im August im Jahresvergleich um 1,6 Prozent auf 21.788 Pkw zugelegt. Damit stiegen die Käufer zuletzt leicht auf die Bremse, im Juni lag das Zulassungsplus noch bei 22,9 und im Juli bei 3,8 Prozent. Am stärksten zulegen konnte im August der reine Elektroantrieb mit einem Plus von 46,4 Prozent.
Die ehemals stark nachgefragten Hybridantriebe mussten in der Mischform mit Dieselaggregat ein Minus von 39,6 Prozent hinnehmen, bei den Benzin-Hybriden gab es einen Zuwachs von 4,9 Prozent. Benzin-Autos wurden im Vergleich zum August 2025 um 14,6 Prozent weniger neu auf den Markt gebracht, bei den Dieselautos waren es minus 28,7 Prozent. Zusammengerechnet wurden im heurigen August 30.987 Kfz (Lkw, Motorräder, Camper, ...) neu registriert, somit stieg die Zahl um 3,7 Prozent, teilte die Statistik Austria mit.
Zwölf Prozent Plus
Insgesamt sind seit Jahresbeginn 2026 in Österreich 212.140 neue Pkw zugelassen worden, um 12 Prozent mehr als in den ersten 8 Monaten des Vorjahres. „Zwei Drittel davon besitzen einen alternativen Antrieb, der Anteil klassischer Verbrenner ist bei den Erstzulassungen auf 33,6 Prozent gesunken“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria.
Zwischen Jänner und August 2026 hatten 66,4 Prozent aller neu zugelassenen Pkw ein alternatives Antriebssystem (plus 24,4 Prozent). Dabei wurden um ein Drittel mehr rein elektrisch betriebene Pkw und um ein Viertel mehr Benzin-Hybrid erfasst. Die Neuzulassungen von Diesel-Hybrid-Pkw gingen um 16,2 Prozent zurück. Konventionell angetriebene Pkw verzeichneten ein Minus von 6,3 Prozent.
BYD auf der Überholspur
Bei den Marken sticht besonders Build Your Dreams (BYD) hervor. „Der chinesische Anbieter verzeichnete – ausgehend von einem niedrigen Niveau – mit einem Neuzulassungsplus von 68,4 Prozent den dynamischsten Anstieg“, rechneten die Statistiker am Mittwoch vor.
Einen leicht zweistelligen Zuwachs verzeichneten Seat, Mercedes, Audi und Skoda. Dagegen fuhr Dacia ein Minus von 15,3 Prozent ein. Bei den rein elektrisch angetriebenen Pkw waren die beliebtesten Marken BMW, Skoda und BYD mit einem Zuwachs von jeweils rund zehn Prozent.
Die Online-Plattform AutoScout24 verweist heute auf eine aktuelle Umfrage in ihrem Auftrag (Sample 500 Autobesitzerinnen und Autobesitzer) wonach nur zehn Prozent der eigenen Automarke konsequent treu bleibt. „Für die Mehrheit zählen neben dem Markennamen vor allem Preis, Ausstattung und Angebot. Gerade die unter 30-Jährigen haben besonders häufig eine bevorzugte Automarke, legen sich beim Kauf aber dennoch kaum darauf fest. Das zeigt, dass Marken für die Orientierung und Vorauswahl relevant bleiben, die tatsächliche Entscheidung jedoch meist erst im Vergleich mit konkreten Angeboten fällt“, so Nikolaus Menches, Country Manager von AutoScout24 Österreich.
Zweirad boomt
Auf dem Zweiradmarkt wurden laut Statistik Austria von Jänner bis August 2026 um 14,9 Prozent mehr Motorfahrräder und um 9,8 Prozent mehr Motorräder neu zugelassen. Bei Traktoren gab es ein Plus von 13,7 Prozent.
Bei den Lkw entwickelten sich die einzelnen Gewichtsklassen sehr unterschiedlich. In der Kategorie N1 (leichte Lkw) gab es einen Zuwachs bei den Neuzulassungen von 18,3 Prozent, in der schwersten Klasse der Sattelzugfahrzeugen wurden um 11,6 Prozent mehr Neuzulassungen beobachtet. In der mittelschweren Kategorie gab es ein Minus (N2 -25,5 Prozent, N3 -1,6 Prozent).