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Trotz Minus: Pistolenproduzent zahlt Millionen an Kathrin Glock

Ein schwacher Dollar und sinkender Umsatz halbierten im Vorjahr den Gewinn. Kathrin Glock und der Privatstiftung Glock werden dennoch 50 Millionen Euro ausgezahlt.

Der Konzern zahlt Gesellschaftern rund um Kathrin Glock 50 Millionen Euro aus (Archivbild)
© IMAGO / Imago / Kurt Piles
Der Konzern zahlt Gesellschaftern rund um Kathrin Glock 50 Millionen Euro aus (Archivbild)

Der Kärntner Pistolenhersteller Glock hat 2025 deutlich weniger verdient. Die Glock Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Ferlach setzte im vergangenen Jahr 626,7 Millionen Euro um, 6,5 Prozent weniger als 2024. Neben Ferlach gibt es in Österreich noch Standorte in Velden und Deutsch-Wagram.

Noch wesentlich stärker als der Umsatz ging der Gewinn zurück. Das Ergebnis nach Steuern sank von 102,8 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 47,7 Millionen Euro und hat sich damit mehr als halbiert. Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich von 132,9 auf 62 Millionen Euro.

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Glock-Stand bei einer Messe der National Rifle Federation (Archivbild)
Glock-Stand bei einer Messe der National Rifle Federation (Archivbild) © IMAGO/Bob Daemmrich

Millionen an Glock-Erbin

Die Geschäftsführung schlägt vor, 50 Millionen Euro an die Gesellschafter, die Glock Privatstiftung sowie Kathrin Glock, auszuschütten. Sie war die Frau des 2023 verstorbenen Eigentümers Gaston Glock, ist derzeit Aufsichtsratsvorsitzende und hat laut Medienberichten heuer wieder geheiratet.

Kathrin Glock im Porträt

Heuer Trendwende erwartet

International produziert der Konzern auch in Smyrna im US-Bundesstaat Georgia und in Bratislava; Vertriebsniederlassungen bestehen unter anderem in Hongkong, Uruguay, Dubai, Panama und Brasilien.

Hinter dem Rückgang steht nicht nur die Schwäche des US-Dollars. Das Geschäftsjahr war nach Angaben des Unternehmens stark von den Vorbereitungen auf die Einführung der sechsten Generation der Glock-Pistolen geprägt. Die Ankündigung einer neuen Modellgeneration habe dazu geführt, dass Kunden Käufe älterer Modelle aufschoben und sich Absatz in das Jahr 2026 verlagerte. Gleichzeitig sei das Hochfahren der Fertigung in den USA vorbereitet worden. Als weitere Belastung nennt Glock den Fachkräftemangel am Standort Österreich.

Für 2026 stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Das Unternehmen verzeichne eine „ausgezeichnete Auftragslage“ und erwartet 2026 rund 700 Millionen Euro Umsatz. Der Mitarbeiterstand wurde wieder erhöht. Man nehme weiterhin Mitarbeiter für technische Berufe und die Produktion auf.

Fast 97 Prozent Umsatz im Ausland

Dass 2025 noch bei den Personalkosten gespart wurde, zeigt sich am von 183,6 auf 173,6 Millionen Euro gesunkenen Aufwand. Die Bilanzsumme schrumpfte von 1,12 Milliarden auf 1,06 Milliarden Euro.

Glock ist hauptsächlich vom Auslandsgeschäft abhängig. Von den 626,7 Millionen Euro Umsatz wurden 605,8 Millionen außerhalb Österreichs erzielt, weniger als vier Prozent entfielen auf das Inland. Weil ein großer Teil der Erlöse in Dollar fakturiert wird, können Wechselkursschwankungen das Jahresergebnis laut Konzern üblicherweise um mehr als zehn Millionen Euro beeinflussen.