Gegenteil der „Happy Hour“: Lokal hebt Bierpreis nur für KAC-Spiele an
Spielt der KAC, steigt auch der Bierpreis im „Frankie‘s“ in Klagenfurt. Beschwerden erreichten Konsumentenschützer, das Vorgehen ist aber erlaubt.

KAC-Fans wissen es schon längst: Die Getränkepreise in der Heidi-Horten-Arena in Klagenfurt zogen kräftig an. Eine große Cola kostet heuer 6 Euro, ein großes Bier sogar 6,50 Euro. Grund dafür ist eine neue Vereinbarung zwischen dem KAC und Gastronomiebetreiber Martin Widrich, dank der rund 1,10 Euro pro verkauftem Getränk an die Rotjacken fließen. Dieser Zusatzverdienst, und ein bisschen mehr, wurden auf die Getränkepreise direkt aufgeschlagen, was unter den Fans für Diskussionen sorgte. Und das nicht nur in der Halle.
Auch im ebenfalls von Widrich geführten, direkt angrenzenden Restaurant „Frankie‘s“ gehen die Bierpreise in die Höhe. Jedoch nur an den Spieltagen des KAC, ab zwei Stunden vor Spielbeginn. Kostet das große Bier an eishockeyfreien Tagen 5,20 Euro, müssen die Lokalgäste während KAC-Heimspielen – ob Eishockeyfan oder nicht – für dasselbe Produkt 6,50 Euro zahlen. Ob das erlaubt ist?
Gegenteil der „Happy Hour“
Ja, sagen die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) sowie Konsumentenschützer von der Arbeiterkammer. „Grundsätzlich ist die Erhöhung zulässig, solange sie klar ausgeschildert wird“, sagt AK-Konsumentenschützer Herwig Höfferer. Diese zeitlich begrenzte Preiserhöhung ist quasi das Gegenstück zur „Happy Hour“. „Der geltende Preis muss für die Gäste klar ersichtlich sein“, bestätigt die BWB. Im Lokal weisen Zettel darauf hin. Bei Reservierungen würde auch das Personal darauf aufmerksam machen, meinte Widrich Ende August.
Keine Beschwerden bei Bundeswettbewerbsbehörde
Nichtsdestotrotz wirft die temporäre Bierpreiserhöhung Fragen auf. „Solche Aktionen sind unüblich, weil sie mit einem Aufwand verbunden sind. Man muss die Gäste darauf hinweisen und die Preise extra ausschildern. Die ganze Aktion ist eigenartig“, sagt Höfferer, der schon mehrere Anfragen von verärgerten und verwunderten „Frankie‘s“-Kunden beantworten musste. Jedoch sei das Vorgehen erlaubt und die Ausschilderung offenbar ausreichend. Der BWB liegen nämlich keine Meldungen oder Beschwerden vor, einen Verstoß gegen das Kartellverbot wittere sie ebenfalls nicht. Aus ihrer Sicht wird auf die Preisanpassung an den Spieltagen auf Basis der vorliegenden Informationen auch „ausdrücklich hingewiesen“.
Widrich hebt die Preise in seinem „Frankie‘s“ an, um einen Ansturm auf sein Lokal vor dem Spiel und in den Drittelpausen zu verhindern. „Würden wir das nicht machen, würden hier 4000 Menschen stehen, die sich etwas mehr als einen Euro sparen möchten“, argumentierte er Ende August in der Kleinen Zeitung. Ihm liege die (finanzielle) Unterstützung des KAC am Herzen, entsprechend verständnisvoll würden Fans und Kunden reagieren. Beim ersten Testspiel habe er dieselbe Menge an Bier wie im Vorjahr verkauft.
Wie Widrich die Lage jetzt sieht, bleibt unklar. Mehrere Anfragen blieben ohne Reaktion. Beim Testspiel gegen Milano zeigte eine Fangruppierung mit Plakaten ihren Unmut über die Getränkepreise in der Halle.