132.000 Besucher: So verlief der Bleiburger Wiesenmarkt
Das traditionelle Volksfest war ausgesprochen gut besucht, wurde jedoch von einem Unfall überschattet.

Die fünfte Jahreszeit in Bleiburg/Pliberk ist wieder vorbei. Mit dem Bleiburger Wiesenmarkt sind vier Tage mit einer über 600-jährigen Tradition zu Ende gegangen. Während die letzten Partys in den Ausschankzelten erst in den Nachtstunden von Montag auf Dienstag verklungen sind, wurden die Buden bereits abgebaut und die großen Fahrgeschäfte machten sich auf den Weg zur Klagenfurter Herbstmesse und dann geht’s weiter zum St. Veiter Wiesenmarkt. „Die Besucherstromanalyse hat ergeben, dass mit 132.000 Besuchern und Besucherinnen etwas mehr Menschen als im Vorjahr da waren“, berichtet Arthur Ottowitz, der seit 1995 als Marktmeister tätig ist.
Zudem hat das Wetter mitgespielt. „Der Regen ist erst in der Nacht auf Dienstag gekommen und da wurde der Krämermarkt schon abgebaut“, erzählt Ottowitz. Viele Besucher seien auch der Mittagshitze von über 30 Grad ausgewichen und eher abends oder morgens gekommen. Eine ähnliche Bilanz zieht auch Bürgermeister und Neo-Marktreferent Daniel Wrießnig (ÖVP): „Die Aussteller und Fieranten waren zufrieden.“

Für Aussteller Karl Dietmar Schmid aus Bleiburg ist der Wiesenmarkt ein fixer Bestandteil seines Lebens. Er verkauft Textilien und Trachtenmode. Hinzu kommen Lederhosen, Dirndl, Trachtenblusen, Gilets, Hosen und Hüte. Das Kaufverhalten habe sich – auch aufgrund des Online-Handels – verändert. „Man muss sich mehr und mehr bemühen und das haben wir getan. Daher waren die Umsätze gut“, so Schmid. Denn die Leute würden „nach guter Ware suchen und keinen Ramsch wollen“.
Herzstück der Region
Der Bleiburger Wiesenmarkt ist laut Ottowitz identitätsstiftend und „ein Herzstück der Region und in den Köpfen, dem hingefiebert und mitgelebt wird“. In Bleiburg gebe es gewissermaßen eine eigene Zeitrechnung – fast wie eine Jahreswende. „Bei Handwerkern heißt es nicht selten, es wird bis oder nach dem Wiesenmarkt fertig“, so Ottowitz.
Deshalb seien für ganz Kärnten die großen Volksfeste wie Villacher Kirchtag, St. Veiter und Bleiburger Wiesenmarkt sowie die Wolfsberger Märkte von enormer Bedeutung. „Zusammen haben die Feste im Jahr über eine Million Besucher. Das ist ein Faktor, der nicht hoch genug einzuschätzen ist“, so Ottowitz weiter.
Fahrgäste verdoppelt
Dabei spielt auch der öffentliche Verkehr eine zunehmend wichtige Rolle. Darunter die Koralmbahn als Verbindung in die Steiermark. „Die Auslastung der öffentlichen Verkehrsmittel war sehr hoch und wurde verstärkt angenommen, das ist sehr positiv“, so Ottowitz und weiter: „Dadurch konnten die Besucher ohne Sorgen vom und zum Wiesenmarkt kommen.“ Denn die Haltestelle Bleiburg Stadt befindet sich in nur 200 bis 300 Metern Entfernung zum ersten Marktstandl.
Herbert Hofer, Pressesprecher der ÖBB, ergänzt: „Die Zahlen werden zwar noch im Detail ausgewertet, doch zeichnet sich bereits jetzt ein klares Bild ab: Das öffentliche Verkehrsaufkommen hat in diesem Jahr eine neue Dimension erreicht. Nach ersten Schätzungen hat sich die Zahl der Fahrgäste, die mit der Bahn oder dem Bus anreisten, im Vergleich zu den Vorjahren wahrscheinlich nahezu verdoppelt.“
Dies sei ein Beleg dafür, dass das erweiterte Angebot der ÖBB und der Postbus AG mit den Kärntner Linien auf eine große Resonanz gestoßen ist. Vor allem am späten Nachmittag nutzten viele Jugendliche die Züge und Busse für die Anreise nach Bleiburg, um dort das bunte Markttreiben zu genießen. Für die Heimreise wurden dann vor allem die letzten Verbindungen der Postbusse und Züge entlang der gesamten Linienführung stark frequentiert. „Dies zeigt, wie wichtig ein gut getaktetes Angebot bis in die späten Abendstunden für die Besucher ist“, so Hofer.

Delikte, Anzeigen und ein Unfall
Die ausgelassene Stimmung am Wiesenmarktgelände wurde jedoch von einem Unfall überschattet. Am Sonntag um 15.06 Uhr ging der Notruf ein. Zwei Minuten später war das Rote Kreuz vor Ort. Ein achtjähriges Kind ist aus dem Fahrgeschäft „Magic“ gefallen. Das Kind wurde innerhalb kürzester Zeit erstversorgt und mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. „Wir wünschen ihm weiterhin eine gute Besserung“, so Ottowitz und Wrießnig.
Laut Polizei gab es bei 132.000 Besuchern circa 21 Delikte des Strafrechts – darunter etwa Körperverletzung und Sachbeschädigungen, 48 Verwaltungsanzeigen, 92 Anzeigen im Verkehrsbereich, eine Führerscheinabnahme, 69 Organmandate, zwei erste allgemeine Hilfeleistungen sowie 15 Fund- und Verlustanzeigen. Auch die im Vorfeld durch die Medien und das Bezirkspolizeikommando sowie die Polizeiinspektion Bleiburg angekündigten Kontrollen im Jugendschutz und Suchtmittelmissbrauch wurden konsequent durchgeführt und Verstöße geahndet. Zudem sei der Präventionsstand der Polizei „sehr gut angenommen“ worden.
