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Zirbe und Zirbitzkogel: So gemütlich startet das Murtal in den „Z‘Herbst“

Im Murtal beginnt nach dem Sommer nicht der Herbst, sondern der Z’Herbst: eine genussvolle Jahreszeit voller Zirbenduft, Bergmomente und kulinarischer Überraschungen.

Aufi geht‘s! Die Sabathyhütte ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen
© Klz / Stefan Pajman
Aufi geht‘s! Die Sabathyhütte ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen
Sarah Ruckhofer
Stv. Ressortleiterin Regionalredaktionen Steiermark, Teamleiterin Regionalredaktion Murtal & Murau

Frühling, Sommer, Z’Herbst und Winter? Im Murtal ticken die Uhren ein wenig anders. Um die Farbenpracht des Herbstes mit dem unverwechselbaren Aroma der Zirbe zu verbinden, hat die Urlaubsregion kurzerhand eine fünfte Jahreszeit geschaffen: den Zirben-Herbst, kurz Z’Herbst. Eine Zeit, in der Bewegung an der frischen Bergluft und regionale Spezialitäten eine Liaison eingehen.

Abseits der Motorsportveranstaltungen in Spielberg steht das Murtal für Entschleunigung. Gerade jetzt, wenn der Sommer Abschied nimmt, beginnt die schönste Wanderzeit des Jahres. Ein idealer Ausgangspunkt für Genießer ebenso wie für ambitionierte Bergfexe ist die Sabathy-Hütte auf 1620 Meter Seehöhe. Über eine asphaltierte Bergstraße gelangt man bequem bis zum urigen Almgasthaus. Von dort übernehmen die Wanderschuhe: Gut markierte Wege führen durch Zirbenwälder zu benachbarten Hütten oder (sehr malerisch!) zu den Winterleitenseen.

Rund um die Sabathyhütte gibt es auch einfache Wanderwege, die für die ganze Familie schaffbar sind
© Klz / Stefan Pajman
Rund um die Sabathyhütte gibt es auch einfache Wanderwege, die für die ganze Familie schaffbar sind

Wer den Klassiker sucht, nimmt den 2396 Meter hohen Zirbitzkogel in Angriff. Und wer noch mehr Höhenmeter sammeln möchte, findet in den Seetaler Alpen zahlreiche Touren für einen ganzen Wandertag. Auch Mountainbiker lotst das umfangreiche Radknotensystem „Nimm’s Radl“ hierher.

Ein gutes Jahr für die Zirbenernte

Wir entscheiden uns für die gemütlichere Variante. Der Weg schlängelt sich durch duftende Lärchen- und Zirbenwälder, über blühende Almwiesen und vorbei an glasklaren Bächen. Irgendwann knurrt der Magen, es geht zurück zur Sabathy-Hütte. Dort erwartet uns Michael Gross, der gemeinsam mit seinem Bruder Roland den Familienbetrieb in Obdach führt.

„Im Herbst dreht sich bei uns alles um die Kulinarik“, erzählt er. 2026 sei ein gutes Jahr für die Zirbenernte gewesen. Wer bei Zirbe ausschließlich an Schnaps denkt, unterschätzt ihre Vielseitigkeit gewaltig. Ein prickelnder Prosecco mit Zirbensirup als Aperitif? Gibt es ebenso wie Zirbengelee zum Käse oder feinste Schokolade mit Zirbe.

Michael Gross führt mit seiner Familie die Sabathyhütte
© Klz / Stefan Pajman
Michael Gross führt mit seiner Familie die Sabathyhütte

Rezept zum Nachkochen

Kaiserschmarren mit Zirben-Zwetschken

Zutaten: 6 Eier, 200 g Mehl, 350 ml Milch, 40 g Zucker, 1 Pck. Vanillezucker, 1 Prise Salz, 60 g Butter, 2 EL Zucker zum Karamellisieren, Rosinen

Zubereitung:

Eigelb mit Milch, Zucker, Vanillezucker und Salz verrühren. Mehl einrühren und den Teig 20 bis 30 Minuten ruhen lassen.

Eiklar steif schlagen und locker unterheben. Butter in einer großen Pfanne schmelzen und den gesamten Teig eingießen.

Bei kleiner bis mittlerer Hitze 8 bis 10 Minuten backen, bis die Unterseite goldbraun ist. Den Schmarren wenden, weitere 5 bis 7 Minuten fertig backen.

Mit zwei Löffeln in große Stücke reißen. Butter und Zucker zugeben und kurz karamellisieren.

Zirben-Zwetschken: Zwetschken vierteln, mit 150 ml Wasser, 120 g Zucker, Zimt und Nelken aufkochen und rund 10 Minuten köcheln lassen. 2 cl Zirbenschnaps (alternativ: 100 ml Zirbisel-Sirup) einrühren und ziehen lassen.

Mehr kulinarische Tipps für die Region findet man hier.

Gekocht wird mit echten, regionalen Zutaten
© Klz / Stefan Pajman
Gekocht wird mit echten, regionalen Zutaten

Zirbennüsse und Zirbisel-Sirup

Es geht aber auch ganz natürlich: Mama Gerhilde Gross zückt das Messer und schneidet einen Zapfen entzwei. Mit der Spitze holt sie die kleinen „Zirbennüsse“, also die Samen, hervor. „Das muss man probiert haben“, schwärmt die Hausherrin. Sie schmecken wie frische Haselnüsse, gepaart mit dem unvergleichlichen Zirbenaroma. Eine feine Delikatesse, die selbst viele Einheimische nicht kennen.

In der Küche bereitet Michael Gross alles für ein besonders beliebtes Gericht vor. Was zur Z-irbe passt? Natürlich die Z-wetschke. Und so kreiert der Küchenchef einen fluffigen Kaiserschmarren mit Zirben-Zwetschken. Mit dem fruchtigen „Zirbisel“-Sirup aus Johannisbeeren und Zirbe werden die flambierten Zwetschken veredelt. Die Zirbe ist dabei weit mehr als nur eine Zutat – sie ist das kulinarische Markenzeichen der Region. Im Z’Herbst begleitet ihr feines Aroma auf der Sabathy-Hütte Wildgerichte ebenso wie frische Schwammerl.

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Klicken Sie sich durch weitere Bilder von der Sabathyhütte!
Klicken Sie sich durch weitere Bilder von der Sabathyhütte! © Klz / Stefan Pajman

Nach so viel Genuss fällt der Aufbruch leicht. Während die letzten Sonnenstrahlen die Zirbenwipfel in goldenes Licht tauchen, wird klar: Manche Regionen haben eben nicht nur vier Jahreszeiten – sondern ihre ganz eigene.

Frischer Kaiserschmarren mit Zirben-Zwetschken
© Klz / Stefan Pajman
Frischer Kaiserschmarren mit Zirben-Zwetschken

Tipps aus der Region: Bei mir Dahoam

Genuss: Bei der Traditionskonditorei Regner in Seckau gibt’s feinste Spezialitäten.

Action: Am Spielberger Red-Bull-Ring warten zahlreiche rasante Fahrerlebnisse.

Mit Kindern: Ein Abstecher zum Freizeitpark Märchenwald in St. Georgen ist Pflicht.

Erholung: Warmes Thermalwasser und ein herrlicher Blick auf die Seetaler Alpen – das gibt’s in der Therme Fohnsdorf.

Besonderes: Sternderl schauen im Sternenturm? Das bietet das Planetarium im Stadtturm Judenburg.

Mit lieben Grüßen aus dem Regionalbüro Murtal

Sarah Ruckhofer