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Nach Alphaville-Ausladung geriet Andreas Gabalier in den Fokus

Die Band Alphaville („Forever Young“) wurde beim Glücksgefühle-Festival ausgeladen, weil sie Politik auf die Bühne bringen wollte. Daraufhin wurde der „Volks-Rock‘n‘Roller“ verbal attackiert.

Andreas Gabalier singt in ein Mikrofon. Er trägt eine Sonnenbrille und hat eine Gitarre umgehängt.
© IMAGO/Alexander Raemy
Andreas Gabaliers Auftritt am Hockenheimring sorgte für Diskussionen (Archivbild aus Kitzbühel im August)

Beim Glücksgefühle-Festival am vergangenen Wochenende am Hockenheimring stand nicht nur die Musik im Fokus. Die Ausladung der deutschen Band Alphaville sorgte bereits im Vorfeld für Aufregung und war auch auf der Bühne an den vier Tagen immer wieder Thema. Unter anderem bei der eritreischen Rapperin Nura, die Andreas Gabalier verbal ins Visier nahm. „Andreas Gabalier darf hier auftreten, aber Alphaville nicht, oder was?“, fragte sie während ihres Auftritts, nachdem sie zuvor Alphavilles Hit „Forever Young“ angestimmt hatte. Die 37-Jährige legte derb nach: Nach der Ankündigung, dass sie später noch „in seinen Backstage kacken werde“ gab es noch ein „f*ck Andreas Gabalier“ hinterher.

Auch bei einigen ihrer Kolleginnen und Kollegen herrschte Unverständnis und Empörung darüber, dass die Band rund um Sänger Marian Gold (72) von Festivalchef Markus Krampe zunächst ausgeladen wurde. Hintergrund war, dass Gold bei Konzerten häufig gegen rechtsradikale Tendenzen und für Toleranz Stellung bezieht. Dies wollte er offenbar auch an einem für Deutschland richtungsweisenden politischen Wochenende tun. Nach heftiger Kritik ruderte Krampe schließlich zurück, entschuldigte sich und lud Alphaville wieder ein. Die Band nahm das zur Kenntnis, blieb der Veranstaltung jedoch fern.

Aufschlussreicher Gabalier-Auftritt

In einem „Spiegel“-Interview sprach Gold am Samstag über das Hickhack rund um den Glücksgefühle-Auftritt seiner Band und auch über den Auftritt des selbsternannten „Volks-Rock‘n‘Rollers“. Dass Gabalier im Line-up blieb, Alphaville jedoch zunächst ausgeladen wurde, halte er für aufschlussreich. Er mutmaßte, dass die Festivalmacher - Krampe veranstaltet es gemeinsam mit Ex-Fußballer Lukas Podolski - eher mit Gabaliers „Blickrichtung“ d‘accord gehen würden als mit seiner. Die ausschließlich unpolitische Unterhaltung für das Publikum, die Krempe sich wünschte und Alphaville den Auftritt kostete, halte er für „augenscheinlich nur vorgeschobene Gründe“. Krempe wies den Vorwurf, aus rechter Motivation heraus gehandelt zu haben, zurück und betonte, dass er sich nicht „in irgendeine politische Ecke drängen“ lasse.

Ausschließlich unpolitische Unterhaltung war das Glücksgefühle-Festival nach dem Wirbel um die Ausladung definitiv nicht mehr. Nicht nur Nura spielte „Forever Young“, auch Alle Farben und der britische Singer-Songwriter Tom Gregory wählten diese Form des Protests. Andere Künstlerinnen und Künstler wie Rapper Ski Aggu, DJ Felix Jaehn, die No Angels, Mark Forster oder auch Ballermann-Star Mia Julia richteten klare Botschaften der Toleranz und Meinungsfreiheit ans Publikum.

Gabalier will „musikalische Auszeit schenken“

Und Andreas Gabalier? Der genoss laut seinem Instagram-Profil den Auftritt. Zu ein paar Impressionen vom Hockenheimring schriebt er: „Love, Peace & Volks-Rock’n’ Roll🤘🏻DANKE @gluecksgefuehle.festival“. Gegenüber „schlager.de“ gab er am Rande des Festivals an, dass er den Leuten eine „schöne musikalische Freude und Auszeit schenken“ wolle. „Wenn ich selbst auf Konzerte gehe, dann sag ich immer, ich bin mündig und volljährig und jeder weiß letztendlich, wo man sein Kreuz setzen und was man wählen muss.“