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Unterwäsche und Sexspielzeug: Das bleibt in Weizer Hotels liegen

Die meisten Gäste sind grundehrlich, aber offenbar nicht alle: Immer wieder kommen in den Hotels im Bezirk Weiz Gegenstände abhanden. Besonders beliebt sind etwa Bademäntel. Umgekehrt bleibt aber auch so einiges liegen.

Gudrun Reisenhofer, Inhaberin des „Hotels Hammer“ in Weiz
© Thomas Wieser
Gudrun Reisenhofer, Inhaberin des „Hotels Hammer“ in Weiz
Thomas Wieser
Redakteur Regionalredaktion Weiz

Haben Sie schon einmal ein Handtuch aus einem Hotel mitgehen lassen? Vielleicht einen Bademantel (un)absichtlich eingepackt? Oder sogar Blumenschmuck oder Geschirr? Falls Sie nun still und leise zustimmen, Sie sind damit wohl nicht allein auf weitem Hotelflur. Denn ab und zu kommen auch in den Hotels der Region Gegenstände abhanden.

„Einmal wollte ein Gast eine Decke mitnehmen. Die schaute dann aber hinten beim Koffer raus“, erzählt Nikolaus Büchel, Geschäftsführer im Hotel „Ederer“ am Weizberg. „Der Gast wurde darauf aufmerksam gemacht. Es war ihm etwas peinlich.“ Die Decke blieb im Hotel. Auch die eine oder andere Pflanze verschwand bereits aus dem Haus. Keine Einzelfälle.

Die Gastgeber beim „Ederer“ am Weizberg: Nikolaus Büchel sowie Reinhard und Petra Ederer führen den Traditionsbetrieb
© Hotel Ederer
Die Gastgeber beim „Ederer“ am Weizberg: Nikolaus Büchel sowie Reinhard und Petra Ederer führen den Traditionsbetrieb

Föns, Blumen und eine wertvolle Kaffeekanne

„Es kamen bereits einige hochwertige Föns weg. Wir haben die Gäste damit konfrontiert, es hat aber niemand zugegeben“, schüttelt Gudrun Reisenhofer den Kopf. Sie führt das traditionsreiche Hotel Hammer in Weiz, in dem es zahlreiche Antiquitäten gibt, gerade auch in den Zimmern. Im Speisesaal wurde einst eine wertvolle Kaffeekanne, Teil eines ganzen Services, gestohlen. „Da habe ich mich wirklich geärgert.“ Auch volle Marmeladengläser kamen bereits weg.

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Das Hotel Hammer in der Nähe des Weizer Bahnhofes, eröffnet im Jahr 1892
Das Hotel Hammer in der Nähe des Weizer Bahnhofes, eröffnet im Jahr 1892 © Thomas Wieser

„Es sind schon Blumen und Dekorationen weggekommen, auch Salz- und Pfefferstreuer und Handtücher. Und auch ein Fön ist einmal mitgenommen worden“, erinnert sich Martin Unterberger, Juniorchef im Gasthof Unterberger auf der Brandlucken. Nicht weit entfernt, im Hotel Bauernhofer, gibt es ebenfalls einen „natürlichen“ Schwund.

„Am meisten natürlich bei den Bademänteln und den Handtüchern“, schildert Gastgeber Simon Bauernhofer. Früher stand auf den Bademänteln der Schriftzug des Hotels zu lesen. „Das ist nicht mehr der Fall. Es kommt jetzt weniger weg.“ Simon Bauernhofer betont: „Wir haben ein Grundvertrauen in unsere Gäste. Wir haben CD-Player und sogar Schallplatten in den Zimmern. Es kommt aber so gut wie nichts weg.“

Simon Bauernhofer, Hotelier auf der Brandlucken
© KLZ / Julia Kammerer
Simon Bauernhofer, Hotelier auf der Brandlucken

Keine beschrifteten Bademäntel mehr

Im Hotel „Der Wilde Eder“ in St. Kathrein am Offenegg werden Bademäntel und Handtücher ebenfalls nicht mehr personalisiert. Der Schwund hält sich in Grenzen. „Im Großen und Ganzen wird nicht viel gestohlen“, erzählt Seniorchefin Heidelinde Eder. Im Hotel Allmer in Weiz heißt es sogar: „Bei uns ist alles gut, es kommt gar nichts weg. Aber das liegt vielleicht daran, dass wir ein Business-Hotel sind.“

Auch Karola Fasching, Gastgeberin im Dorfhotel Fasching in Fischbach, schwört auf ihre Gäste. „Wir haben ein super Publikum. Wir haben viele Stammgäste, bei uns verschwindet nichts.“ Überhaupt nichts? „Vielleicht landet hin und wieder einmal ein Bademantel oder ein Handtuch als Souvenir in der Tasche. Die sind mit unserem Namen bestickt.“

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Die Betreiberfamilie des Hotels Fasching in Fischbach
Die Betreiberfamilie des Hotels Fasching in Fischbach © Hotel Fasching/Kurt Elmleitner

Was die Gäste so liegen lassen

Freilich, der eine oder andere Gegenstand bleibt auch in den Zimmern oder Wellness-Bereichen liegen. Die Klassiker: „Sonnenbrillen, Regenschirme, Ladegeräte und Handtaschen“, erzählt Martin Unterberger. „Auch Schmuck und Schminksachen sind dabei.“

„Badesachen und Unterwäsche bleiben oft da“, sagt Heidelinde Eder. „Und Kleidungsstücke in den Kästen. Wir kontaktieren dann die Gäste.“ Ein Depot für Fundgegenstände wurde im Hotel Bauernhofer angelegt. „Wir versuchen natürlich, ausfindig zu machen, wer was vergessen hat“, erklärt Simon Bauernhofer. Oft lassen sie die Überbleibsel nicht mehr zuordnen, etwa wenn sie im Spa-Bereich gefunden wurden. „Wir behalten die Fundgegenstände für ein Jahr auf.“ Und danach? Einiges wird entsorgt. „Und vieles spenden wir der Altkleidersammlung.“

Mein Zugang ist, dass das Hotel kein Privathaus oder Museum ist. Es ist dazu da, Geld zu verdienen.

— Gudrun Reisenhofer auf die Frage, ob sie Angst hat, dass etwas kaputt wird oder gestohlen wird

Im Hotel Hammer wurden schon Teile eines Gebisses, Ballschuhe, Unterwäsche oder Bettspielzeuge für Erwachsene gefunden. „Einmal hat jemand einen Silberschmuck vergessen. Wir haben den dann nachgeschickt. Gott sei Dank haben wir das Paket entsprechend versichert, erinnert sich Gudrun Reisenhofer.“ Der Schmuck kam nämlich nie bei der Besitzerin an.

Skurril war ein Überbleibsel beim „Ederer“ am Weizberg: „Einmal hat ein Gast aus China seinen gepackten Koffer dagelassen. Absichtlich. Er hat gesagt, er braucht ihn nicht mehr“, erinnert sich Nikolaus Büchel. „Wir haben den Koffer dann entsorgt.“