Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Spatenstich für sieben Hektar großen Photovoltaik-Park im Murtal

In St. Margarethen bei Knittelfeld errichtet die Energie Steiermark eine PV-Anlage samt Batteriespeicher. Das Projekt grenzt an beliebtes Naherholungsgebiet, ökologische Begleitmaßnahmen sind geplant.

Spatenstich am Montag in St. Margarethen: Martin Graf (Vorstand Energie Steiermark), Wolfgang Pucher (Eigentümer-Vertreter der Diözese Graz-Seckau), Nora Licker (Projektleiterin), Bürgermeister Erwin Hinterdorfer und Werner Ressi (Vorstand Energie Steiermark)
© KLZ / Sarah Ruckhofer
Spatenstich am Montag in St. Margarethen: Martin Graf (Vorstand Energie Steiermark), Wolfgang Pucher (Eigentümer-Vertreter der Diözese Graz-Seckau), Nora Licker (Projektleiterin), Bürgermeister Erwin Hinterdorfer und Werner Ressi (Vorstand Energie Steiermark)
Sarah Ruckhofer
Stv. Ressortleiterin Regionalredaktionen Steiermark, Teamleiterin Regionalredaktion Murtal & Murau

Es ist ein riesiges Projekt, das in St. Margarethen bei Knittelfeld geplant ist: Nahe der Sonnensiedlung, angrenzend an Biotop und Naherholungsgebiet in den Mur-Auen, errichtet die Energie Steiermark einen neuen Photovoltaik-Park samt Batteriespeicher. Am Montag wurde zum Spatenstich geladen.

„Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft: Wir brauchen alle drei Elemente für ein resilientes System“, betonte Werner Ressi, der gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen der Energie Steiermark, Martin Graf, ins Murtal gekommen war. Der trockene Sommer samt niedrigem Flusspegel habe das heuer einmal mehr bewiesen. Die Fläche in St. Margarethen ist vom Land Steiermark als Vorrangzone für PV-Projekte ausgewiesen. Konkret geplant ist eine Anlage mit einer Leistung von 7,2 Megawatt, sie soll 8,9 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugen und so mehr als 2500 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen.

3,5 Millionen Euro investiert

Zusätzlich wird am Standort ein Batteriespeicher mit einer Leistung von fünf Megawatt errichtet. 3,5 Millionen Euro fließen in das Projekt. Die gesamte erzeugte Energie wird über eine neue Übergabestation und eine 30-kV-Kabelleitung in das Stromnetz eingespeist und in das Umspannwerk in Knittelfeld transportiert.

Auf dieser Wiese wird gebaut, im Hintergrund beginnt das Naherholungsgebiet an der Mur
© KLZ / Sarah Ruckhofer
Auf dieser Wiese wird gebaut, im Hintergrund beginnt das Naherholungsgebiet an der Mur

Verbaut werden auf der Wiese, die genau zwischen Bahn, Mur und Naherholungsgebiet liegt, 11.000 Stück PV-Module. Die Inbetriebnahme des PV-Parks ist für das dritte Quartal 2027 geplant. „Wir haben hier eine besondere landschaftliche Situation“, erklärt Projektleiterin Nora Licker. Über die Wiese führt eine Starkstromleitung, durch die Nähe zur Mur ist das Grundstück als Hochwassergebiet ausgewiesen. Zudem liegt es in der Einflugschneise der Eurofighter, mögliche Blendwirkungen mussten im Vorfeld ausgeschlossen werden.

600 Sträucher werden gepflanzt

Seit zwei Jahren wird an dem Projekt gefeilt, durch das nahe Europaschutzgebiet entlang der Mur kommen besondere ökologische Begleitmaßnahmen zum Tragen. Geplant sind die Pflanzung von 600 Sträuchern und Bäumen, die Anlage einer Hecke sowie die Errichtung von Fledermaus- und Vogelkästen sowie Ast- und Steinschlichtungen. Nach Ende der Baustelle wird die Fläche agrarisch genutzt werden, eine Schafherde soll unter den Modulen weiden.

1 / 5
Bürgermeister Erwin Hinterdorfer (rechts) ist der Naturschutz wichtig
Bürgermeister Erwin Hinterdorfer (rechts) ist der Naturschutz wichtig © KLZ / Sarah Ruckhofer

Der Grund, auf dem gebaut wird, wird von der Diözese Graz-Seckau zur Verfügung gestellt. „Klimaschutz ist für uns ein zentraler Auftrag“, argumentiert Eigentümer-Vertreter Wolfgang Pucher. „Die Schöpfung zu bewahren heißt, aus fossiler Energie auszusteigen.“ Das Aufkündigen von Pachtflächen habe für Unmut gesorgt, man habe sich aber bemüht, eine gute Lösung für alle betroffenen Landwirte zu finden.

Apropos Unmut: Üblicherweise stoßen Projekte dieser Größenordnung auf wenig Gegenliebe in den Gemeinden. „Die Widmung zur Vorrangzone war nicht unsere Entscheidung“, betont Bürgermeister Erwin Hinterdorfer. Dem konkreten Projekt steht man aber positiv entgegen: „Hier wird nicht einfach ein PV-Park in die Wiese geklopft, sondern man achtet auf Nachhaltigkeit. Das war uns wichtig.“ Auch der Beschluss im Gemeinderat fiel einstimmig.