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Nach Raub mitten auf der A9 forscht Polizei 40 Hooligans aus

Polnische Fußball-Hooligans hatten auf der Autobahn bei Kalsdorf kroatische Autoinsassen angehalten und ausgeraubt. Die Polizei konnte nun in Summe 40 Verdächtige ausforschen.

Blick auf die Anklagebank im Gerichtssaal, die Angeklagten sind von hinten zu sehen
© KLZ/Christian Penz
Acht Verdächtigen wurde im Juni in Graz bereits der Prozess gemacht
Günter Pilch
Redakteur Bundesland Steiermark / Umwelt

Der Fall hatte im November des Vorjahres für mediales Aufsehen von der Steiermark bis nach Polen gesorgt: Polnische Fußballfans hatten auf der Heimfahrt nach einem Conference-League-Match von Legia Warschau in Celje (SLO) die Pyhrnautobahn (A9) bei Kalsdorf kurzerhand mit ihren Autos komplett blockiert. Ziel der Aktion war es, einen kroatischen Autofahrer gezielt aus dem Verkehr zu ziehen und auszurauben. Insgesamt sollen dem kroatischen Autolenker und dessen Beifahrer, die bei dem Zwischenfall verletzt wurden, 28.000 Euro geraubt worden sein. Unbeteiligte Verkehrsteilnehmer gerieten in den absichtlich herbeigeführten Stau und wurden zu Augenzeugen der Tat, bei der zwei Fahrzeuginsassen verletzt wurden.

Noch in der Tatnacht, der Nacht auf den 7. November, konnte die Polizei 20 polnische Fußballanhänger festnehmen, acht von ihnen wurde im Juni in Graz bereits der Prozess gemacht. Das Schöffengericht fällte Schuldsprüche und verhängte Strafen von bis zu vier Jahren Haft. Inzwischen konnte das Landeskriminalamt nach akribischen Folgeermittlungen in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Graz und den polnischen Polizeibehörden in Warschau sowie dem österreichischen Verbindungsbeamten in Polen weitere 20 Tatverdächtige namentlich ausforschen.

Vier Verdächtige sitzen bereits in Österreich in U-Haft

Für vier der ausgeforschten Polen erließ die Staatsanwaltschaft Graz nationale und europäische Haftbefehle, woraufhin die polnischen Behörden im Juli zwei Mal Zugriffe starteten. Die vier Verdächtigen wurden in Gewahrsam genommen und sind laut Auskunft der Polizei inzwischen nach Österreich ausgeliefert und den heimischen Justizbehörden übergeben worden. Sie befinden sich in U-Haft.

Die Ermittlungen der Behörden laufen indes noch weiter. Der Fall dürfte die heimischen Gerichte somit noch länger beschäftigen.