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Autor Daniel Stögerer findet in Festenburg Inspiration und „Ruhe“

Mit 29 Jahren veröffentlichte der österreichische Autor Daniel Stögerer soeben seinen zweiten Roman. Warum er den Job als Krankenpfleger in Wien trotzdem nicht aufgibt, wie er zum Schreiben kam und was ihm die Oststeiermark bietet.

Mit „In ein paar Jahren“ präsentiert Autor Daniel Stögerer bereits seinen zweiten Roman. Er lebt heute in Festenburg und arbeitet weiterhin in Teilzeit in einem Wiener Krankenhaus
© KLZ / Moritz Weinstock
Mit „In ein paar Jahren“ präsentiert Autor Daniel Stögerer bereits seinen zweiten Roman. Er lebt heute in Festenburg und arbeitet weiterhin in Teilzeit in einem Wiener Krankenhaus
Moritz Weinstock
Regionalredaktion Hartberg-Fürstenfeld

Daniel Stögerer präsentierte Anfang September seinen neuen Roman „In ein paar Jahren”. Mit gerade einmal 29 Jahren ist es bereits das dritte Buch, das der gebürtige Burgenländer in den Literatur-Äther schickt. „Insgesamt sind es vier Bücher“, zählt Stögerer auf, dessen erstes Buch als Sagenbuch noch im Eigenverlag erschien.

Angeberei muss man ihm jedoch nicht unterstellen, denn das genaue Gegenteil ist der Fall. Seinen eigentlichen Beruf als Krankenpfleger in Wien will er auch mit zunehmendem Autorenerfolg nicht aufgeben. Denn er brauche den „Bezug zur Realität“. Aber der Reihe nach. Wie wurde aus dem Buben aus Hochneukirchen in der Buckligen Welt überhaupt ein Autor?

Der neue Roman von Daniel Stögerer erschien am 1. September 2026. Auf 96 Seiten erzählt der Autor die bewegende Geschichte einer jungen Frau und ihrer Bauernfamilie am Ende des zweiten Weltkriegs. <strong>ISBN-13:</strong>&nbsp;978-3-903575-88-2
© edition Keiper
Der neue Roman von Daniel Stögerer erschien am 1. September 2026. Auf 96 Seiten erzählt der Autor die bewegende Geschichte einer jungen Frau und ihrer Bauernfamilie am Ende des zweiten Weltkriegs. <strong>ISBN-13:</strong>&nbsp;978-3-903575-88-2

Bereits mit 17 Jahren habe Stögerer begonnen, Gedichte zu verfassen. Von seiner Deutschlehrerin erhielt er die wichtige Bestätigung, „dass das Potenzial hat”. Ein Glück für die österreichische Literatur, denn die Einschätzung motivierte ihn so sehr, dass er sich mit neuen Texten an kleine Verlage wandte, „die Anthologien veröffentlichen, also Sammelbände“.

Erste Veröffentlichungen in Sammelbänden

Dieses Mal war es nicht mehr Glück, sondern Können, mit dem Stögerer überzeugte. Bereits sein erster Versuch, in einem solchen Sammelband zu landen, hatte Erfolg – „ein riesiger Motivationsschub“, erinnert er sich in der Rückschau. Von da an habe er sich entschieden, „all-in zu gehen“ und Autor zu werden.

Sich am Literaturmarkt zu behaupten, sei jedoch nicht leicht gewesen. „Du musst auf sie zukommen“, ordnet Stögerer die Suche nach einem Verlag ein. Fünf Anläufe habe es gebraucht, bis sein Debüt „So ein Mensch“ 2023 als Erzählband bei edition Keiper erschien, wo nun auch sein neuestes Buch veröffentlicht wurde.

Mich interessiert weniger das große, bombastische, sondern das, was im Kleinen passiert

— Daniel Stögerer, Autor

Wie im vorangegangenen Roman „Luzia“ siedelte der Autor auch die neue Geschichte („In ein paar Jahren“) da an, wo das Leid der Menschen besonders groß ist: im Krieg. Dabei sind die Handlungsstränge in den Kriegs- oder Zwischenjahren nicht ausschließlich auf sein großes Geschichtsinteresse zurückzuführen. Seit er schreibt, ist vielmehr der Zufall ein ständiger Begleiter.

Bisher erschienene Bücher des Autors

2021 veröffentlicht Daniel Stögerer im Eigenverlag das Sagenbuch „Mondscheingemunkel“. Die über 120 Sagen aus dem niederösterreichischen, steirischen und burgenländischen Wechselland illustrierte Kordi Brunner (Illukordi).

2023 erscheint „So ein Mensch“ als Debüt des Autors bei edition Keiper. Darin beschreibt Stögerer fünf verschiedene Schicksale und erzählt „auf poesievolle Weise von einem Leben ohne Poesie“, wie es vom Verlag heißt.

2024 folgt mit „Luzia – Kindheit zwischen zwei Kriegen“ der erste Roman von Daniel Stögerer. Er handelt von der Identitätssuche eines Pflegekindes inmitten der beiden Weltkriege und spielt in Österreich.

2026 legt Stögerer mit „In ein paar Jahren“ nach und erzählt die Geschichte einer Bauernfamilie, deren Frauen sich in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs durchschlagen und Hoffnung schöpfen, wo andere längst aufgeben.

Tagebücher und Feldpost als Inspiration

Die Briefe eines 17-Jährigen Bauernjungen von der Italienfront am Ende des Zweiten Weltkriegs, die ihm die Basis für den neuen Roman lieferten, wurden ihm beispielsweise von einem Fan angeboten. Was ihn daran interessierte, war aber „weniger das große, bombastische, sondern das, was im Kleinen passiert“. Denn es gebe „kaum Bücher, die erzählen, was mit denen passiert, die zurückbleiben“.

So liege der Fokus nicht beim Soldaten, sondern bei den Schicksalen in der Heimat – und damit besonders bei den Frauen. „Es ist ein sehr kurzes, aber ein sehr intensives Buch“, ordnet der junge Autor ein, der mittlerweile seinen Lebensmittelpunkt ganz in die Oststeiermark verlegt hat.

Auf der Festenburg findet der Autodidakt, dessen Schreibstil sich unter anderem durch den Austausch mit „einer Gruppe in Salzburg“ entwickelt hat, die nötige „Ruhe“ und Inspiration. Dass er heute Lesungen hält und über sein Autorendasein berichten darf, genießt Stögerer. Denn „mit dem Publikum zu interagieren“ sei eine Bereicherung.

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