Achtlos entsorgter Müll am Hochschwab rief Saubermacher auf den Plan
Neben der Voisthalerhütte wurde vor vielen Jahren jeglicher Unrat in eine Rinne geworfen. Diese mittlerweile zum Vorschein gekommenen „Altlasten“ wurden nun entfernt.

„So einen Arbeitsplatz hatten wir noch nie“, halten drei Männer fest, während sie mit Krampen, Schaufel und Motorsense ausgestattet in eine steile Rinne absteigen. „Schön hier, ich bin zum ersten Mal am Berg“, sagt einer von ihnen mit Blick Richtung Gipfelkulisse. Zum Genießen der Aussicht blieb allerdings nicht viel Zeit. Denn: Dem Müll am Schwaben ging in den letzten Tagen an den Kragen.
Angehäuft hat sich dieser vor vielen Jahren neben der alten Voisthalerhütte. Dort soll von Unrat wie Blechdosen oder Glas bis hin zu aussortierten Küchengeräten alles gelandet sein, was man auf der Hütte nicht mehr gebrauchen konnte. Über die Jahrzehnte wuchsen schließlich Gras, Moose oder Brennnesseln über die wilde Deponie. Erst die zunehmende Bodenerosion und eine temporäre Wegverlegung im Zuge des Neubaus der Hütte brachten diese unschönen Überbleibsel zum Vorschein. Auch die Behörde wurde informiert und ermittelte vor Ort.

Ehrenamt reichte nicht aus
Für die Entsorgung dieser Altlasten ist mittlerweile der Alpenverein Austria zuständig, bei dem man betont, „ohne in der Vergangenheit zu wühlen zukunftsorientiert und verantwortungsvoll nach vorne zu handeln.“ So haben bereits in einer Vielzahl an ehrenamtlichen Stunden einige Mitglieder sowie Wegewarte vor allem verrosteten Hausrat und viel altes Kochgeschirr gesammelt. Von einer Baufirma wurden auf Kosten „der Austria“ auch schon insgesamt fünf „Big Bags“ mit Müll mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen und dort korrekt entsorgt.

Dennoch kam weiterhin immer wieder Müll „ans Licht“ der Rinne, die ungefähr 70 Quadratmeter aufweist, aber deren Tiefe sich nicht genau feststellen lässt. So hat der Alpenverein für Anfang September eine Müllsammlung bei der Firma Saubermacher in Auftrag gegeben, bestätigt Florian Maroschek, der für die Entsorgungsaktion seitens des Alpenvereins verantwortlich ist. „Der Müll wird in der Rinne gesammelt, sortiert und in den ‚Big Bags‘ verladen“, erklärt er.
Flug ins Tal steht an
Zuständig waren dafür in den letzten Tagen insgesamt fünf Männer aus Graz, die über eine Subfirma vom Saubermacher beauftragt wurden. Sie sind am Dienstag mit fast 30 ‚Big Bags‘ im Gepäck von Seewiesen raufgewandert, haben auf der Hütte geschlafen und sind am Freitag wieder hinuntergegangen. Zum Wochenstart sind sie noch einmal aufgestiegen, um die letzten Reste zu sammeln. Die Aufstiege waren schon ein gewisses Abenteuer, lassen sie wissen.

Auf dieses folgte die schweißtreibende Arbeit: „Zuerst haben wir die Brennnesseln wegmähen müssen. Nach einigen Schlägen mit dem Krampen bekommt dann vor allem rostige Dosen und Glasscherben zu sehen. Aber es ist viel Müll und schon sehr anstrengend im Gelände“, erzählen die jungen Männer. Sie haben 20 Zentimeter tief in die Erde gegraben bis sie auf Steine gestoßen sind und haben jeden Müll, den sie gefunden haben, gesammelt. In wenigen Tagen steht der erste Flug ins Tal an, wo Container für die weitere Entsorgung bereitstehen. Ob sich noch mehr Müll unter den Steinen versteckt, lässt sich derzeit noch nicht sagen.
Anm. d. R.: Die Müll-Problematik steht nicht in Zusammenhang mit der neuen Voisthalerhütte und deren Pächterinnen.