Carina Reicht lief als erste Österreicherin die 10 Kilometer in unter 32 Minuten
Carina Reicht verbesserte ihren eigenen österreichischen Rekord auf 31:56 Minuten. Damit eröffnet sie das Rennen um Punkte für die Olympiaqualifikation.
Carina Reicht hat es schon wieder getan: „Das war der nächste Schritt zu noch mehr“, sagt sie mit einem Lachen. Die 25-jährige Steirerin verbesserte in Prag ihren eigenen österreichischen Straßenrekord über zehn Kilometer um 23 Sekunden. Beim „Birell 10K Night Race Prague“ in der malerischen Innenstadt und entlang der Moldau ließ sie sich durch die vielen Kuppen und auch das Kopfsteinpflaster nicht von ihrem Plan abbringen. „Ich wollte meine Bestzeit verbessern und hatte schon die 32 Minuten irgendwie im Kopf“, sagt die Triathletin des „Omni-Biotic Powerteam“. Als sie auf dem Náměstí Republiky (Platz der Republik) ins Ziel lief, wusste sie beim Blick auf die offizielle Rennuhr schon, dass ihr das Kunststück gelungen ist. „Da das ganze Feld extrem schnell begonnen hat, bin ich natürlich mitgegangen. Es ging doch einiges bergab-bergauf, und auf den Kopfsteinpflasterpassagen hatte ich gar nicht so das Gefühl, dass ich schnell bin.“
Nicht nur, dass sie ihren eigenen Straßenrekord von 32:19 auf 31:56 Minuten (netto 31:55) verbessert hatte: Sie blieb als erste österreichische Läuferin in der Geschichte unter 32 Minuten. Denn auch der seit dem Jahr 2007 bestehende Bahnrekord von Susanne Pumper liegt mit 32:12,33 Minuten darüber. „Das habe ich gar nicht gewusst und danach erst gelesen. Das ist schon cool. Aber ich war auch recht erleichtert. Immerhin war ich heuer so lange verletzt und musste in der ersten Saisonhälfte viele Rennen absagen“, sagt die ursprüngliche Kirchbacherin.
Ein Einriss der Plantarfaszie (im Fuß) hat sie ausgebremst und forderte ihren Tribut. Auch als sie schon schmerzfrei war, merkte sie lange das Defizit an Trainingsvolumen. Mit einem Trainingsblock wechselte sie aber wieder auf ihren gewohnten Umfang. Etwas mehr als vier Wochen hat sie in der Höhe von St. Moritz trainiert. Gewohnt hat sie direkt neben der Laufbahn, die so viele Weltklasseathleten für ihre Höhentrainingslager nutzen. „Man muss dennoch ein wenig aufpassen, weil man das hohe Pensum ja nicht so gewohnt ist.“ So schraubte sie erst nach der ersten Woche das Pensum nach oben. In der abschließenden schwamm sie 24,4 Kilometer, fuhr 309 Kilometer auf dem Rad samt 4002 Höhenmetern und lief 72,8 Kilometer. Direkt von St. Moritz ging es nach Prag. „Ich habe das schon einmal gemacht, dass ich direkt von der Höhe zu einem Rennen gefahren bin. Das vertrage ich recht gut.“ Offensichtlich.

Mit dem Rennen hat sie sich für die zweite Saisonhälfte ordentlich eingelaufen. Denn immerhin gilt es noch, Punkte für die Olympiaqualifikation im Triathlon zu sammeln. Zwei Rennen will sie heuer auf der World Triathlon Championship Series (WTCS), der höchsten Liga im internationalen Triathlon, und drei im Weltcup bestreiten. „Da möchte ich noch abliefern, was ich kann, und Punkte für die Qualifikation holen. Es wird sicher besser sein als zu Beginn der Saison.“ Das klingt wie eine Kampfansage. Denn immerhin hat sie im Juni bei ihrem WTCS-Debüt in Quiberon (FRA) Platz 13 geholt.