Islamische Glaubensgemeinschaft wehrt sich gegen Vorwürfe
In der Erklärung werden „pauschale Verdächtigungen“ zurückgewiesen. Für die Integrationsministerin steht ein Verbot der IGGÖ nicht im Raum.
Die zehn islamischen Kultusgemeinden unter dem Dach der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) stellen sich gegen Aussagen von Ministerin Claudia Bauer (ÖVP), die ein Verbot der IGGÖ nicht ausgeschlossen hatte. Eine gesetzlich anerkannte Religionsgesellschaft, die die offizielle Vertretung der Muslime in Österreich sei, ohne Belege in die Nähe eines Verbots zu rücken.
In der Erklärung werden „pauschale Verdächtigungen“ zurückgewiesen. Wer von einer Radikalisierung spreche, müsse Fakten und überprüfbare Fälle benennen. Die Kultusgemeinden stünden zur Verfassung, zum Rechtsstaat und zu einem sachlichen Dialog: „Aber wir erwarten denselben Respekt auch gegenüber der gesetzlich anerkannten islamischen Glaubensgemeinschaft.“
Gleichzeitig bekannten sich die Kultusgemeinden „klar“ zum gemeinsamen Kampf gegen Extremismus und Radikalisierung: „Unsere Kultusgemeinden mit über 300 Moscheen österreichweit arbeiten mit staatlichen Stellen zusammen und leisten seit Jahren einen aktiven Beitrag zu Prävention, Imame-Fortbildung und gesellschaftlichem Zusammenhalt.“
Bauer nun doch gegen Verbot
Bauer schwächte indes ihre Aussagen vom Vortag ab. Im Ö1-Interview meinte sie, ein Verbot der IGGÖ stehe mit keinem Wort im Raum. Aber die IGGÖ bestehe aus Vertretern unterschiedlicher Organisationen und diese könnten durchaus radikal sein.
