Grazer Postenposse: Ausschreibung der Sozialamtsleitung abgesagt
Die alte Grazer Koalition hatte ihren Zwist um Postenbesetzung öffentlich ausgetragen. Die neue Sozialamtsleiterin wird ehebaldigst bestellt.

Es war heuer im Frühjahr im anhebenden Wahlkampf ein kurioses öffentlich ausgetragenes Kräftemessen der Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ. Nach dem Hearing für die neue Leitung des Sozialamtes machte sich die SPÖ für ihre Ex-Parteichefin und Ex-Vizebürgermeisterin Martina Schröck stark. Sie warfen KPÖ und Grünen vor, dass mit Schröck die bestgereihte Bewerberin nicht zum Zug komme. Allerdings bezog sich das auf ein internes Punkte-Ranking der Hearings-Kommission, das keine offizielle Reihung ist.
Drei Bewerberinnen und ein Bewerber sind Eber ungereiht als geeignet vorgelegt worden. Er entschied sich für die interne Bewerberin aus dem Sozialamt, Eva Seiler. Diese gilt als Wunschkandidatin von Bürgermeisterin und Sozialreferentin Elke Kahr (KPÖ). Sie ist auch eine Jugendfreundin der grünen Vizebürgermeisterin. Doch Judith Schwentner hielt sich aus Gründen der Befangenheit raus. Am Ende war Seilers Bestellung aber blockiert, weil die SPÖ im Gemeinderat ihre Zustimmung verweigerte und es für sie keine Mehrheit gab.
KPÖ und Grüne nutzen neue Koalitionsmehrheit
Personalstadtrat Eber kündigte daraufhin die Neuausschreibung an. Doch diese ist nie erfolgt. Denn der Kommissionsvorschlag gilt drei Jahre, die Bewerber hätten bei einer Neuausschreibung klagen können. Darüber haben die Magistratsjuristen den KPÖ-Stadtrat aufgeklärt. Nun will die Koalition aus KPÖ und Grünen mit ihrer Mehrheit die Bestellung auf Basis des Kommissionsvorschlages beschließen. Ob es Seiler wird, wollte man nicht verraten, die Entscheidung soll aber ehebaldigst getroffen werden.