Hilfe für Nick (6): Kinderklinik Oberwart spendet für Therapie
Der sechsjährige Nick leidet seit seiner Geburt an Zerebralparese. „Groß für Klein“, der Verein der Kinderstation am LKH Oberwart, ermöglicht ihm nun mit einer Spende eine computer- und robotikgestützte Bewegungstherapie.

Schon der Start in das Leben war für den heute sechsjährigen Nick kein einfacher. Bereits auf der Geburtenstation des Krankenhauses Oberwart wurden er und seine Mutter von der Frühförderung und einer Physiotherapie von „Rettet das Kind“ unterstützt. Denn das Kind zeigte früh Auffälligkeiten.
Seine Fäuste schien er viel länger zusammenzuhalten als andere Babys, auch Sitzen, Stehen und Gehen erlernte er deutlich schleppender als Gleichaltrige. Als Nick zwei Jahre alt war, erhielt die Familie schließlich die Diagnose: Zerebralparese.
Dabei handelt es sich um eine vom Gehirn ausgehende Störung in der Ansteuerung des Bewegungsapparates. Die Symptome sind vielfältig und zeigen sich bei allen Betroffenen etwas anders. Hauptsächlich kommt es aber zu Verkrampfungen oder Lähmungen. Die Krankheit gilt als nicht heilbar, aber sie lässt sich therapeutisch zumindest ein wenig eindämmen.
Lebenslustig und aktiv trotz Einschränkungen
Nick, der im kommenden Jahr in die Schule starten wird, hat unter anderem Epilepsie und läuft viel auf seinen Zehenspitzen, denn auf den Fersen zu gehen bereitet ihm große Mühe. Auch in seiner Feinmotorik ist er noch eingeschränkt, wie Brigitte Wagner, Leiterin der Oberwarter Kinderstation erklärt. Mühsam gestalte sich zuweilen auch das Sprechen, obwohl Nick eigentlich über einen für sein Alter großen Wortschatz verfüge.
Was ist eine Zerebralparese?
Die Zerebralparese ist eine dauerhafte Bewegungs- und Haltungsstörung, die durch eine Schädigung des Gehirns vor, während oder kurz nach der Geburt entsteht. Sie beeinflusst die Muskelkontrolle und Koordination. Je nach Ausprägung können Betroffene leichte Bewegungsprobleme haben oder im Alltag stärker eingeschränkt sein. Die Erkrankung ist nicht heilbar, verschlimmert sich aber in der Regel nicht.
Überhaupt sei Nick ein lebenslustiger, aktiver Junge. Aus diesem Grund möchte ihm seine Familie eine weitere computer- und robotikgestützte Bewegungstherapie ermöglichen. Sie soll ihm helfen, seine Muskulatur zu verbessern und das Gehen sicherer zu machen. Ein Training für Hände, Arme und Schultern soll zudem seine Feinmotorik fördern.
Eine solche Therapie hat Nick bereits absolviert. „Es ist total schön, was da in so kurzer Zeit möglich ist“, erinnert sich Brigitte Wagner. Vor der Therapie konnte Nick kaum gehen, danach war es wieder möglich.
Kinderstation gründete eigenen Verein
Die Therapie selbst hat aber ihren Preis und stellt für die Eltern eine große finanzielle Herausforderung dar. Mit einer Spende von 2000 Euro griff nun der Verein „Groß für Klein“ den Eltern unter die Arme.
Gegründet wurde der Verein vor rund einem Jahr vom interdisziplinären Team der Kinderstation am LKH Oberwart, auf der Nick seit seiner Geburt betreut wird. „Als Kinderabteilung erleben wir täglich, welche Herausforderungen chronische Erkrankungen für Kinder und ihre Familien mit sich bringen“, erzählt Brigitte Wagner. „Mir ist es wichtig, dass wir Patienten, die wir selbst haben und kennen und bei denen wir wissen, dass sie Unterstützung brauchen, helfen können“, bringt es Wagner auf den Punkt.
Der Traum vom Fahrrad
Zusätzlich zur notwendigen Therapie, ging für Nick aber auch ein zweiter Wunsch in Erfüllung. Mithilfe der Spendensumme des Vereins konnte ihm seine Familie nun ein stabiles Fahrrad mit drei großen Rädern schenken, denn aus einem Kinderfahrrad mit Stützrädern ist der junge Fahrrad-Enthusiast bereits herausgewachsen.