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Unternehmer aus Feistritz/Drau: „Fachhandel kann Onlinehandel schlagen“

Thomas Abel führt seit 10 Jahren das Fachgeschäft für Gartentechnik und Forstzubehör „Drautalforst“ in Feistritz/Drau. Beratung und Service können den Onlinehandel schlagen, ist Abel überzeugt.

Thomas Abel (links) und sein Team feiern 10-Jahre-Jubiläum und trotzen dem Online-Handel mit Beratung und Service vor Ort
© KK/Drautalforst
Thomas Abel (links) und sein Team feiern 10-Jahre-Jubiläum und trotzen dem Online-Handel mit Beratung und Service vor Ort
Klaus Steiner
Regionalbüro Villach

Wer heute eine Motorsäge oder einen Mähroboter sucht, hat Preise und Modelle meist mit wenigen Klicks am Bildschirm. Davon, dass der Kauf trotzdem häufig im Fachgeschäft endet, kann Thomas Abel erzählen. Seit zehn Jahren führt der 45-Jährige die Firma „Drautalforst“ im Gewerbegebiet von Feistritz/Drau. Trotz eigenem Online-Shop werden rund 95 Prozent des Geschäfts nach wie vor vor Ort gemacht.

Gerade bei Gartentechnik habe sich daran auch nach den außergewöhnlich starken Jahren während und nach der Pandemie wenig geändert. Die Beschäftigung mit dem eigenen Garten sei geblieben. Vor allem jüngere Kunden interessieren sich für die automatisierte Rasenpflege. Rund 80 Prozent des Geschäfts mit Gartentechnik entfallen auf Privatkundinnen und Privatkunden, der Rest auf Gewerbekunden. Angeboten werden neben Rasenmähern und Robotern unter anderem Heckenscheren, Geräte für Beetpflege und Grünflächen sowie Zubehör.

Forstarbeit weiterhin männlich dominiert

Anders ist die Struktur beim Forstzubehör. Dort kommen rund 80 Prozent der Kunden aus Landwirtschaft und Gewerbe und sind noch immer überwiegend männlich. Das Geschäft ist stärker saisonabhängig. Hochbetrieb herrscht hier im Frühjahr und Herbst. Im Sommer verschiebt sich der Schwerpunkt in Richtung Grünland und Weidetechnik. Wer Landwirte als Kunden habe, müsse ein entsprechend breites Sortiment abdecken, sagt Abel.

Eine weitere wichtige Säule der Firma ist die Werkstatt. Repariert werden hier handgeführten Maschinen und Geräte mit Rädern, die das Unternehmen auch selbst vertreibt. Besonders häufig landen Geräte mit Problemen im Kraftstoffsystem auf der Werkbank. Ursache sei oft, dass Maschinen nur selten verwendet werden und Benzin mit Bioanteil über längere Zeit im Tank bleibt. Regelmäßige Wartung sei deshalb nicht nur eine Frage der Lebensdauer, sondern bei Motorsägen, Rasenmähern oder Schneefräsen auch eine Frage der Sicherheit.

Der Standort platzt aus allen Nähten, eine Vergrößerung für die nächste Zeit ist geplant
© KK/Drautalforst
Der Standort platzt aus allen Nähten, eine Vergrößerung für die nächste Zeit ist geplant

Standort platzt aus allen Nähten

Dass Geräte länger genutzt und repariert werden, merkt Abel ebenso wie den Wunsch nach Beratung vor dem Kauf. „Der Fachhandel funktioniert nur, wenn man nicht einfach etwas verkauft, sondern auch danach noch da ist“, sagt er. Neben drei Vollzeitkräften arbeitet auch Abels Frau Sabrina im Betrieb. Sie kümmert sich in Teilzeit um Büro und Online-Shop.

Auf rund 100 Quadratmetern Verkaufsfläche und 30 Quadratmetern Werkstatt stößt das Unternehmen nach zehn Jahren an seine Grenzen. Zusätzliche Flächen müssen bereits extern angemietet werden, auch Container dienen als Lager. Langfristig will Abel deshalb den Standort erweitern. Dass er gerade diesen Platz für die Selbstständigkeit gewählt hat, war kein Zufall. Zuvor war dort bereits sein früherer Arbeitgeber Interforst angesiedelt.