Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Urgestein unter Südkärntens Amtsleitern geht in Pension

Alois Opetnik (61) leitet seit 1995 den inneren Dienst der Gemeinde Globasnitz. Aufgrund seiner nahenden Pensionierung wurde die Stelle nun neu ausgeschrieben.

Zwei Männer geben sich einen Handschlag
© Privat
Amtsleiter Alois Opetnik (links) mit dem Globasnitzer Gemeindechef Bernard Sadovnik, dem insgesamt siebten Bürgermeister in seiner bislang 46-jährigen Berufslaufbahn
Petra Mörth
Redakteurin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Nach fast 47 Dienstjahren im öffentlichen Dienst geht Amtsleiter Alois Opetnik am 30. April nächsten Jahres in den Ruhestand. Die Gemeinde Globasnitz/Globasnica sucht bereits jetzt per Ausschreibung nach einer Nachfolge – denn der Übergang soll nahtlos klappen. „Die oder der Neue soll am 1. Februar 2027 beginnen, damit ich sie oder ihn noch einschulen kann“, sagt der 61-Jährige, der ein echtes Urgestein unter den Amtsleitern im Bezirk Völkermarkt ist.

Seine Karriere begann am 1. August 1980 als Lehrling bei der Stadtgemeinde Bleiburg/Pliberk, wo er 15 Jahre lang alle Abteilungen durchlief und schließlich das Bauamt leitete. Als Marktmeister organisierte Opetnik damals auch dreimal den Bleiburger Wiesenmarkt – inklusive des großen 600-Jahr-Jubiläums 1993, bei dem der Freitag als vierter Markttag eingeführt wurde.

Wir arbeiten seit 2023 komplett papierlos.

— Alois Opetnik, Amtsleiter

Am 1. April 1995 übernahm der in Aich/Dob aufgewachsene Südkärntner schließlich die Leitung des inneren Dienstes der Gemeinde Globasnitz. „Zu den größten Herausforderungen zählte der Kanalbau, über den bis zum einstimmigen Beschluss des Gemeinderates 2015 zehn Jahre lang diskutiert wurde“, sagt Opetnik, der berufsbegleitend nicht nur die Matura, sondern auch ein Studium absolviert hat. Auch der Neubau des Kindergartens Anfang der 2000er-Jahre und die Errichtung der Sportanlage, die 2008 offiziell eröffnet wurde, fielen in seine bislang 31-jährige Ära in der 1500-Einwohner-Gemeinde. „Beide Projekte sind sehr, sehr gut gelungen“, schwärmt Opetnik, der sich auch 23 Jahre lang als Bezirksobmann und stellvertretender Landesobmann im Amtsleiterverband engagierte.

Opetnik auf dem Kunstrasenplatz der Sportanlage des SC Globasnitz, wo aktuell Sanierungsarbeiten beim Kabinentrakt stattfinden
© Privat
Opetnik auf dem Kunstrasenplatz der Sportanlage des SC Globasnitz, wo aktuell Sanierungsarbeiten beim Kabinentrakt stattfinden

Von der Schreibmaschine zum papierlosen Amt

Als Chef von 15 Mitarbeitern trieb Opetnik zuletzt vor allem die Digitalisierung voran. „Wir arbeiten seit 2023 komplett papierlos“, nennt er den „letzten Meilenstein“ seiner Berufslaufbahn, in der er mit sieben Bürgermeistern zusammenarbeitet hat. Sein aktueller Vorgesetzter Bernhard Sadovnik (EL) gebe auch alle Akte digital frei. „Unser Bürgermeister hat keine Unterschriftenmappe mehr.“ Nichtsdestotrotz könnten die Bürger, die mitunter Berührungsängste hatten, noch immer mit schriftlichen Ansuchen ins Gemeindeamt kommen. „Aber bearbeitet werden sie von uns eben nur mehr digital“, sagt er, der seine Karriere einst als Lehrling auf der Schreibmaschine begann, die dann Ende der 1980er-Jahre durch den PC ersetzt wurde.

Privat lebt der ehemalige Volleyballer – der den SK Aich/Dob mitgründete und ihn auch als Funktionär prägte – in zweiter Ehe in Krumpendorf am Wörthersee. Von dort fährt der sportliche Vater von vier Kindern zwischen 16 und 34 Jahren auch ein bis zweimal in der Woche mit dem Zug zur Arbeit – und danach die rund 60 Kilometer mit dem Rennrad wieder zurück nach Hause – „sofern es das Wetter zulässt“. In der Pension bleibt dem dreifachen Opa dann auch viel mehr Zeit für den knapp zweijährigen Enkelsohn und die beiden zwei Monate alten Enkeltöchter.

Bewerbungen für seine Nachfolge sind übrigens noch bis zum 20. September möglich.