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Hagel: Drei Millionen Euro Schaden für weststeirische Gärtnerei

Die Gärtnerei Schacherl in Stainz wurde von einem Hagelunwetter hart getroffen. Hinter der Zukunft des Familienbetriebes stehen viele Fragezeichen.

Fast alle Pflanzen sind mit Scherben der durchschlagenen Glasscheiben verunreinigt
© ÖHV
Fast alle Pflanzen sind mit Scherben der durchschlagenen Glasscheiben verunreinigt
Robert Lenhard
Teamleiter Regionalredaktion Leibnitz & Deutschlandsberg, Stv. Ressortleiter Regionalredaktionen Steiermark

Kurz, aber heftig war ein Hagelunwetter, das am späten Mittwochnachmittag über Teilen der Weststeiermark niederging und dabei eine Spur der Verwüstung hinterließ. Im Zentrum der giftigen Unwetterzelle lag der Raum Köflach, aber auch in Stainz richteten Hagelschauer stellenweise schwere Schäden an.

In dramatischem Ausmaß davon betroffen ist die Gärtnerei Schacherl im Ortsteil Pichling. „Uns hat ein Streifen genau erwischt. Am Himmel hat sich ein Pilz gebildet, dann fielen die Hagelkörner wie Geschosse herab“, erzählt Inhaber Hannes Schacherl. Die vier bis sieben Zentimeter großen Schloßen durchschlugen etliche Scheiben der Glashäuser. Folientunnel und andere Betriebseinrichtungen wurden ebenfalls schwer beschädigt. Auch die Kulturen selbst wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Laut einer ersten Schätzung der Österreichischen Hagelversicherung beträgt der Schaden knapp drei Millionen Euro.

Die Glasscheiben der Gewächshäuser wurden von den Hagelkörnern wie Geschosse durchschlagen
© ÖHV
Die Glasscheiben der Gewächshäuser wurden von den Hagelkörnern wie Geschosse durchschlagen

Ob es dabei bleibt und wie viel durch die Versicherung gedeckt ist, kann Schacherl nicht sagen. Am Tag danach ist das gesamte Ausmaß des Schadens noch gar nicht abschätzbar. „Wir stehen vor einem riesigen Scherbenhaufen“, erklärt Schacherl. Nicht nur im übertragenen, sondern auch im wörtlichen Sinn.

Wir stehen vor einem riesigen Scherbenhaufen.

— Hannes Schacherl, Gärtnerei-Inhaber

400.000 Pflanzen vernichtet

Zum Zeitpunkt des Unwetters waren die Gewächshäuser mit einer Anbaufläche von rund vier Hektar bis unters Dach mit fast fertigen Pflanzen fürs Allerheiligen-Geschäft gefüllt. Die Chrysanthemen, Astern, Zyklamen und Co. hätten in den nächsten Wochen an einen großen Diskonter geliefert werden sollen. Daraus wird nun nichts. Die rund 400.000 Pflanzen sind nicht mehr für den Verkauf geeignet und werden vernichtet.

Schuld daran sind die Splitter der zerborstenen Glasscheiben. Ein Großteil der Pflanzen ist damit verunreinigt und darf aus Sicherheitsgründen nicht mehr verkauft werden. Davon abgesehen ist der Zugang zu den Glashäusern aus Sicherheitsgründen gar nicht möglich. „Beschädigte Scheiben fallen immer wieder herab, das ist viel zu gefährlich“, weiß Schacherl.

Seine vordringliche Aufgabe ist es, jemanden zu finden, der die beschädigten Anlagen repariert. Am Donnerstag war bereits eine darauf spezialisierte Firma aus Holland vor Ort. „Das muss rasch gehen, wir brauchen Platz für die Folgekultur“, so Schacherl. Ob sich das ausgeht, ist fraglich. Die rund 1,5 Millionen Pflanzen fürs Frühjahrsgeschäft sollten schon in den nächsten Wochen angeliefert werden.