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Wird am Freitag zum letzten Mal die 30-Grad-Marke in Kärnten geknackt?

Der Sommer gibt noch einmal Gas: Freitag könnten zum letzten Mal in diesem Jahr mehr als 30 Grad erreicht werden. Mittwoch wird ein deutlicher Wetterumschwung erwartet.

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Sandra Müllauer
Redakteurin Kärnten-Ressort

Noch einmal die 30-Grad-Marke knacken – und dann war es das für heuer mit dem Sommer? „Das könnte so hinkommen“, sagt Paul Rainer, Meteorologe der GeoSphere Austria. Am Freitag sorgt kräftiger Hochdruckeinfluss noch einmal für hochsommerliches Wetter in Kärnten. Danach werden Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke zunehmend unwahrscheinlich.

Schon am Samstag wird es mit einem „30er“ wohl nichts mehr werden. Zwar startet das Wochenende sonnig, doch im Laufe des Nachmittags ziehen zunehmend Wolken auf. Die Temperaturen werden voraussichtlich bei rund 28 Grad liegen.

Am Sonntag und Montag bleibt es mit Höchstwerten von etwa 27 bis 28 Grad sommerlich, aber etwas weniger heiß. Für den Dienstag prognostiziert der Experte ähnliches Wetter. Für den Mittwoch zeichnet sich schließlich ein markanter Wetterumschwung ab. „Es sieht nach einer massiveren und nachhaltigeren Abkühlung aus“, sagt Rainer. Für Mitte September dürften die Temperaturen dann eher auf der kühleren Seite liegen.

Späte „30er“ sind in Kärnten möglich

Dass das Thermometer später im September noch einmal die 30-Grad-Marke erreicht, lässt sich allerdings nicht ganz ausschließen. Ein Blick in die Wetteraufzeichnungen zeigt, dass es in Kärnten bereits sehr späte Hitzetage gab.

In Klagenfurt wurde beispielsweise am 14. September 1951 noch eine Temperatur von 30 Grad Celsius gemessen.In Villach gab es am 15. September 1943 bereits Temperaturen von mindestens 30 Grad, auch 2011 gab es Mitte September noch einen „30er“. St. Veit erreichte am 15. September 1987 ebenfalls die 30-Grad-Marke. In Ferlach und St. Andrä stammt ein besonders später „30er“ vom 11. September 2011.

Dass es nach dem Wetterumschwung kommende Woche noch einmal so heiß wird, hält Rainer allerdings für eher unwahrscheinlich. Ganz ausgeschlossen ist es aber nicht. Eine ungewöhnlich warme Wetterlage mit Föhneinfluss könnte die Temperaturen noch einmal nach oben treiben. Auch El Niño könne dabei eine Rolle spielen. „Möglich ist es, aber eher unwahrscheinlich“, fasst der Meteorologe zusammen.

Wie spät solche Ausreißer auftreten können, zeigt ein Beispiel aus Salzburg: „Am Flughafen wurden am 22. September 1993 noch 30 Grad gemessen. Für Kärnten sieht es derzeit aber nicht danach aus.“ Zumindest für die kommenden zehn Tage nach dem Freitag könne ein weiterer „30er“ ausgeschlossen werden.

Auf einen Blick: El Niño

Für gewöhnlich wehen über dem Pazifik in Äquatornähe Passatwinde von Ost nach West. Dadurch wird das warme Oberflächenwasser des Ozeans in Richtung Südostasien geschoben, während kälteres Wasser an der Küste Lateinamerikas aufsteigt. Das sorgt für die üblichen Wetterbedingungen, wie sie in den beiden Weltregionen normalerweise vorherrschen.

In El-Niño-Jahren schwächen sich diese Passatwinde ab, fallen ganz aus oder kehren sich teils sogar um. In der Folge erwärmt sich der Pazifik vor Südamerika und kühlt vor Südostasien ab. Das passiert in der Regel alle zwei bis sieben Jahre. Solche 9 bis 18 Monate andauernde Phasen lassen auch das globale Temperaturgefüge zeitweilig in die Höhe steigen.

Das Gegenstück zu El Niño ist La Niña. In La-Niña-Jahren verstärken sich die Passatwinde. Solche Jahre fallen im globalen Mittel in der Regel leicht kühler aus.