„Wie ein König“: Donald Trump verewigt sich auf Ein-Dollar-Münze
Das mürrische Gesicht des US-Präsidenten ziert die Vorderseite einer neuen Dollar-Münze in den USA. Anlass ist das 250-jährigen Bestehen des Landes. Kritiker werfen Trump Personenkult vor.

Dem Geltungsdrang des US-Präsidenten folgend gibt es nun eine Münze mit dem Konterfei von Donald Trump. Mit der Ausgabe hat die US-Prägeanstalt bereits begonnen. Anlass ist das heuer begangene 250-jährige Jubiläum der Vereinigten Staaten von Amerika. Trump ist der erste lebende US-Präsident, der sein Konterfei auf Geld prägen lässt.
Eine Rolle mit 25 Trump-Dollar kostet 61 Dollar (aktuell rund 52,70 Euro). Ein Sackerl mit 100 Münzen schlägt mit 154,50 Dollar pro Sackerl günstiger zu Buche. Sammler können die Münze in Rollen und Beuteln erwerben, die ausschließlich über die eigenen Vertriebskanäle der Behörde angeboten werden.
Und das Motto: „Wir vertrauen auf Gott“
Auf der Münze mit einem ernst dreinschauenden Trump auf der Vorderseite prangen auch die Mottos „In God we trust“ (“Wir vertrauen auf Gott“) und „Liberty“ (“Freiheit“). Dazu kommen das Gründungsjahr der USA 1776 und das Ausgabejahr 2026. Auf der Rückseite finden sich mit dem Weißkopfseeadler das offizielle Hoheitszeichen der USA und der Wahlspruch „E pluribus unum“ (“Aus vielen wird eins“).
„Wie in autoritären Staaten“
Kritiker sehen einen Personenkult, den der 80 Jahre alte US-Staatspräsident um sich aufbaue, wie er sonst aus autoritären Staaten bekannt sei. Trumps Bildnis auf dem Dollar umgehe ein 160 Jahre altes Regelwerk des Kongresses, das die Abbildung lebender Präsidenten auf Geldstücken und Scheinen verbiete.
Vor Trump hatte noch nie ein lebender US-Präsident eine Münze mit seinem Konterfei. In den meisten demokratischen Staaten ist es tatsächlich gesetzlich verboten oder kulturell verpönt, amtierende oder lebende Spitzenpolitiker auf Banknoten oder Münzen abzubilden.

Konstitutionelle Monarchien wiederum heben sich ab: Die nationalen Vorder- oder Rückseiten der Euro-Münzen zeigen in Staaten wie den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Monaco oder dem Vatikan das Konterfei des amtierenden Staatsoberhaupts. Wohl nicht umsonst monieren Kritiker in den USA, Trump gebärde sich wie ein König. So gab es auch schon „No-Kings“-Proteste gegen ihn, also Demonstrationen gegen einen „König“ Trump. US-Finanzminister Scott Bessent hingegen hatte laut Medienberichten im Juli zur Münze erklärt, Trump stehe für „die Stärke amerikanischer Werte und das Versprechen einer Nation, die sich der Bewahrung der Freiheit für alle verschrieben“ habe.