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Schmuck, Währungsreserve, Zahlungsmittel: Geldmuseum Wien zeigt die „Welt des Goldes“

Die neue Ausstellung im Geldmuseum der Österreichischen Nationalbank in Wien widmet sich – noch bis Sommer 2027 – der Geschichte des Goldes. Danach das Museum umgebaut.

Goldbarren zum Angreifen und Aufheben
© OeNB
Goldbarren zum Angreifen und Aufheben
Eva Gabriel
Wirtschaft

Münzen und Geldscheine sind heute die Elemente des baren Zahlungsverkehrs – aber sie sind nur zwei Bezahlmöglichkeiten unter vielen. Im Geldmuseum der Österreichischen Nationalbank (OeNB) in Wien kann man entdecken, warum Kakaobohnen einst mit Silber aufgewogen wurden und warum eine Tulpenzwiebel den Unterschied zwischen arm und reich bedeuten konnte. An mehr als 250 Objekten wird die vielfältige Geschichte des Geldes zum Leben erweckt.

Zum Beispiel erfährt man, dass König Alyattes vor etwa 2700 Jahren in Lydien, einem Königreich im Gebiet der heutigen Türkei, als erster Münzen herstellen ließ. Er ließ Metallklümpchen aus Elektron mit seinem Zeichen, einem Löwenkopf, versehen. Elektron ist eine Metallmischung aus Silber und Gold.

Cäsar und sein Selbstporträt

Bald folgten die Griechen seinem Vorbild. Sie bildeten auf ihren Münzen aber nicht nur Tiere, sondern auch Götter ab. Die Griechen betrieben mit vielen Völkern in ganz Europa Handel. Dadurch lernten auch diese Völker Münzen kennen. Die Römer zeigten anfangs auch Götter und Tiere auf den Münzen. Julius Cäsar war der erste römische Herrscher, der sein Porträt auf Münzen prägen ließ.

Münzen dienten aber nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch zum Verbreiten von Nachrichten. Deshalb nutzten Herrscher dafür gerne Münzen. Wenn sie zum Beispiel ein neues Gebäude gebaut oder einen Krieg gewonnen hatten, ließen sie das auf Münzen darstellen.

Maria Theresia ließ in Österreich das Papiergeld einführen
© APA / Mary Evans Picture Library/weima
Maria Theresia ließ in Österreich das Papiergeld einführen

Etwa 1700 Jahre lang hat es nur Münzen gegeben. Die Idee, Geld aus Papier herzustellen, entstand um das Jahr 1000 in China. In Österreich wurde Papiergeld vor etwa 260 Jahren von Maria Theresia eingeführt.

„Gold ist quasi Sternenstaub“

Eine neue Sonderausstellung im Geldmuseum widmet sich der Geschichte des Goldes. „Gold ist vor über fünf Milliarden Jahren durch Supernova-Explosionen oder Kollisionen von Neutronensternen entstanden. Im übertragenen Sinne ist Gold also tatsächlich Sternenstaub“, so OeNB-Direktor Josef Meichenitsch. Seit jeher würden Menschen Gold „mit der Sonne, dem Göttlichen und Luxus“ verbinden. „Bis heute steht es als zeitloses Symbol für Reichtum, Macht, Status und Unvergänglichkeit.“ Als Teil der Währungsreserven hält die Nationalbank 280 Tonnen Gold. Die Ausstellung beschäftigt sich aber auch mit Gold als Schmuck, als Zahlungsmittel und als medizinisches Produkt.

Ausstellungsobjekte aus dem Geldmuseum

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Geldbeutel
Geldbeutel © OeNB

Die Sonderausstellung ist bis 25. Juni 2027 geöffnet. Danach bleibt das Geldmuseum für Sanierungsarbeiten bis Anfang 2029 geschlossen. Anlass für die Modernisierung ist auch der 210. Geburtstag der Nationalbank in diesem Jahr: Gegründet wurde sie am 1. Juni 1816 nach den Napoleonischen Kriegen, um die zerrütteten Staatsfinanzen zu stabilisieren und das Geld- und Finanzwesen zu sanieren. Sie ist damit eine der ältesten Notenbanken der Welt.