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Bauern-Wahl: Letzter Listenplatz für früheren Vize-Präsidenten

Bei der Landwirtschaftskammerwahl Ende Oktober steht Manfred Muhr wieder auf der FPÖ-Liste. Symbolisch. Doch sein Engagement gilt einer anderen Gruppierung.

Manfred Muhr war zehn Jahre für die freiheitlichen Bauern aktiv
© Kk/fpÖ
Manfred Muhr war zehn Jahre für die freiheitlichen Bauern aktiv

In den Reihen von Kärntens (freiheitlichen) Bäuerinnen und Bauern flammt derzeit immer wieder eine Frage auf: Wird der frühere Vizepräsident der Kärntner Landwirtschaftskammer, Manfred Muhr (50) bei der am 25. Oktober stattfindenden Landwirtschaftskammerwahl wieder federführend kandidieren? Doch diesmal nicht für die freiheitlichen und unabhängigen Bauern, sondern für die AGÖ, die Agrargemeinschaft Österreich, deren Sprecher Muhr ist. Damit hat er öffentliche Präsenz vor allem in den sozialen Medien, wo er komplexe agrarpolitische Themen in einfacher Sprache analysieren soll. Zuletzt zerpflückte er wortgewandt das Dürrehilfspaket der Bundesregierung, kritisierte, „dass es Taschenspielertricks und keine Hilfen sind“. Vor allem deshalb, weil die 240 Millionen Euro, die jetzt zur Verfügung gestellt werden, in den Folgejahren über die bäuerlichen Sozialversicherungsbeträge zurückbehalten werden.

Hohes Interesse

Die AGÖ sieht sich als größte außerparlamentarische parteiunabhängige Bauerngruppe in Österreich, die Bauerninteressen bündle und gegenüber Politik, Handel und bäuerlichen Vorfeldorganisationen auftritt. Es gebe 6500 zahlende Mitglieder und in den 100 Whats-App-Gruppen (für die Bundesländer, zu Themen wie Milch, Getreide, Direktvermarktung etc.) seien 16.000 Betriebe präsent, viele (ehemalige) Bauernbündler, darunter laut Muhr 25 Prozent der österreichischen Milchproduzenten. Durch Muhr gibt es eine blaue Schlagseite. Bei freiheitlichen Bauern würde die AGÖ „die meisten Interessierten finden, beim Bauernbund die meiste Ablehnung“, wie er selbst sagt. Der 50-Jährige ist zwar mit seinem vorzeitigen Ausscheiden aus der Landwirtschaftskammer 2023 (“ich hab immer gesagt, dass ich es zehn Jahre lang mache“) auch nicht mehr FPÖ-Mitglied, allerdings weiter Mitglied der freiheitlichen und unabhängigen Bauernschaft. Als Vizepräsident folgte ihm Roman Linder nach, der jetzt als Spitzenkandidat ins Rennen gehen wird, als Fraktionsobmann Thomas Rinner.

Muhr ist auf den sozialen Medien sehr aktiv
© Privat
Muhr ist auf den sozialen Medien sehr aktiv

An letzter Stelle

Muhr, der in Moosburg mit Ehefrau Pauline im Vollerwerb einen Biobetrieb führt, kandidiert bei den bevorstehenden Bauernwahlen wieder. Er hält das bei seinem LK-Ausscheiden den Kollegen abgegebene Versprechen, als unabhängiger Kandidat auf dem letzten (= 72.) Listenplatz der freiheitlichen und unabhängigen Bauern zu stehen. „Das ist Symbolik, mehr nicht“, bewertet Muhr selbst. Die AGÖ werde bei der Wahl nicht in Erscheinung treten. Das nährt die Kritik von Beobachtern, wonach „die AGÖ sich doch Wahlen und der Verantwortung stellen sollte, statt ständig nur zu kritisieren und schlechte Stimmung zu verbreiten“.

Fragen, wonach er sich für den Fall einer FPÖ-Regierungsbeteiligung für einen Ministerposten parat halte, quittiert Muhr mit einem lauten Lacher. Wenngleich: Bei Regierungsverhandlungen, zuletzt Anfang 2025, saß er in Wien als Agrarexperte mit am Tisch. Davor hat er das Angebot für ein fixes Nationalratsmandat über die Bundesliste abgelehnt, weil es die betriebliche Situation Zuhause nicht zugelassen hätte. Und in Zukunft? Da schließt Muhr „in alle Richtung gar nichts aus“.