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Trumps Obsession mit Namen und ihren Änderungen wird ihm nicht helfen

Thomas Golser
Redakteur Außenpolitik/International
© IMAGO

Die Agenda des US-Präsidenten, den amerikanischen Staat nach seinem eigenen Abbild umzugestalten, lässt tief blicken, wird aber nicht von Dauer sein.

Bereits am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit war es, als US-Präsident Donald Trump den Golf von Mexiko per Dekret in „Golf von Amerika“ umbenennen ließ. Nun soll der kanadisch-US-amerikanische Grenzsee Lake Ontario zum „Lake America“ werden, zumindest in den USA hat das der Online-Landkartendienst Google Maps für seine Userinnen und User bereits so vermerkt.

Nebenbei hält die Posse um das „John F. Kennedy Center for the Performing Arts“ in Washington, D.C. an: Trump hatte dort zusätzlich seinen Namen anbringen lassen, später wurde dieser auf Beschluss eines US-Bundesrichters wieder abmontiert: Nur der Kongress könne das nationale Denkmal für einen ermordeten Präsidenten umbenennen, hieß es. Der US-Präsident arbeitet weiter am erneuten Anbringen seines Namens und droht gar trotzig mit dem Abriss des historischen Gebäudes. Der Flughafen vom Palm Beach in Florida – Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago ist nur wenige Minuten entfernt – wurde indes im Juli offiziell in „President Donald J. Trump International Airport“ umbenannt. Das sei „gesetzlich vorgeschrieben“ worden, heißt es dort.

Was abseits der USA (und wohl auch dort) zu gleichen Teilen für Kopfschütteln und Amusement sorgt, soll einerseits Trumps ungeniert nationalistische „America First“-Agenda vorantreiben. Vorherrschaft der Vereinigten Staaten unter seiner Regentschaft, das ist die an das Volk und die Welt ausgegebene Botschaft. Natürlich geht es dem 80-Jährigen aber auch darum, sich selbst Denkmäler zu schaffen, vorbei an historisch desaströsen Umfragewerten. Maximale Trumpisierung eines Landes (und darüber hinaus), Selbstzentriertheit per Dekret, Missbrauch von Macht, Narzissmus als Triebfeder – es findet sich etwas von alledem. Allein: Am Ende bewies die Geschichte stets, dass gerade Denkmäler nicht für immer sind und noch jeder inszenierte Personenkult sein Ablaufdatum hatte.