Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Ausraster am Glockner: Bergführer droht nun Haft, Polizei ermittelt

Die Polizei ermittelt gegen einen Bergführer nach einem Ausraster am Großglockner. Ihm drohen bis zu drei Monate Haft wegen Gefährdung der Sicherheit.

Eklat am Großglockner
© APA / Barbara Gindl
Eklat am Großglockner
Marko Petelin
Redakteur Kärnten-Ressort

Ein Bergführer wollte am Mürztaler Steig am Weg zur Adlersruhe am Großglockner ein polnisches Bergsteigerpaar überholen. Nachdem der Pole dies kritisierte, rastete der Bergführer aus. Die Helmkamera des Polen zeigt, wie ihn der Bergführer aggressiv anbrüllt: „Halt dein Maul, sonst komm ich rauf und gib dir eine!“ In weiterer Folge kommt es auch zu Handgreiflichkeiten am schmalen Felsgrat, ausgehend vom Bergführer.

Der Kalser Berg- und Schiführerverein hat bereits die Konsequenzen aus dem „unverantwortlichen und gefährlichen Verhalten“ des Bergführers gezogen. Obmann Michael Amraser betonte, dass es sich um kein Mitglied des Vereins, sondern um einen externen Bergführer handeln würde, den man beauftragt habe: „Wir haben uns im Namen des Kalser Berg- und Schiführervereins entschuldigt“, und man werde diesen Bergführer nicht mehr vermitteln. Dass schnellere Seilschaften andere überholen sei normal, sagt Amraser: „Entscheidend ist jedoch die Art und Weise“, und wie es hier passiert sei, sei „untragbar.“

Polizei ermittelt

So untragbar, dass nun auch die Polizei in Matrei in Osttirol gegen den Bergführer ermittelt. Wie der stellvertretende Polizeikommandant Anton Raffler bestätigt, ermittelt die Alpinpolizei gegen den Bergführer wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Ein Unbeteiligter habe Anzeige erstattet. Die Untersuchungen laufen in Absprache mit der Staatsanwaltschaft in Innsbruck.

„Kommt es zur Anklage und Verurteilung drohen dem Mann bis zu drei Monate Haft“, bestätigt Raffler. Derzeit sei man dabei, die Daten aller Beteiligten zu erfassen. Dass es sich um einen Bergführer aus der Steiermark handeln würde, konnte Raffler am Samstag der Kleinen Zeitung nicht bestätigen: „In Bergsteigerkreisen ist die Rede von einem Steirer, da noch nicht alle Daten erhoben wurden, kann ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigen. Wir werden kommende Woche eine Aussendung dazu verfassen.”

Mehr zum Thema