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Rene Ziesler: „Nur der Name GAK bedeutet nicht automatisch einen Top-Sechs-Platz“

GAK-Präsident Rene Ziesler spricht im Interview über den Trainerwechsel, die beibehaltenen Saisonziele und die Erwartungshaltung einiger Anhänger.

GAK-Präsident Rene Ziesler
© GEPA
GAK-Präsident Rene Ziesler

In den vergangenen Wochen hatten Sie als GAK-Präsident einige Entscheidungen zu treffen. Wie kräfteraubend war diese Phase?

Rene Ziesler: Nachdem ich auch noch einige Unternehmen zu führen habe, war es wirklich eine sehr intensive Zeit. Zuletzt musste ich aber vor allem für den GAK arbeiten.

Eine Änderung beim Cheftrainer hat immer Folgewirkungen. War die Freistellung von Ferdinand Feldhofer unumgänglich?

Nach dem sportlich einschneidenden Negativerlebnis in Wien war das unumgänglich. Ein Trainerwechsel ist nie einfach. Grundsätzlich stehen wir für Konstanz und stehen zu den Leuten, die bei uns arbeiten. Jedes Ende ist ein neuer Beginn.

War der Wechsel geplant?

Nein! Wir haben bis zum Spiel in Wien an die Arbeit von Ferdinand Feldhofer und seinem Trainerteam geglaubt.

Jetzt regiert Gerald Scheiblehner. Was erwarten Sie von Ihrem neuen Trainer?

Die Gespräche mit Gerald Scheiblehner waren richtig gut. Und ich bin froh, dass er bei uns gelandet ist. Der Trainer steckt voller Tatendrang und hat in den wenigen Tagen, die er hier ist, schon richtig viel Energie mitgebracht.

Ist das nicht bei jedem neuen Trainer der Fall?

Das mag jeder bewerten, wie er will. Ich kann nur sagen, dass Scheiblehner uns allen im Verein guttut.

Gerald Scheiblehner (links) mit Interims-Sportdirektor Andreas Lienhart
© GAK
Gerald Scheiblehner (links) mit Interims-Sportdirektor Andreas Lienhart

Wie sehr belasten die Umstrukturierungen das Budget, brauchte es für diese Maßnahmen ein Sonderbudget?

Grundsätzlich gibt es ein Budget bei uns. Solche Veränderungen werden im Vorstand beschlossen. Von Sonderbudget möchte ich nicht sprechen, es sind Veränderungen, die während einer Saison stattfinden können. Im Großen und Ganzen muss man das als Bundesligist auffangen.

Der GAK steht finanziell nicht mit dem Rücken zur Wand?

Wir stehen nicht mehr mit dem Rücken zur Wand als andere Bundesligisten. Wir werden aus diesen Gegebenheiten das Beste machen und ich bin überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.

Braucht es jetzt Verkäufe von Jacob Italiano und/oder Beres Owusu?

Dass die beiden Spieler viel Qualität haben, zeigten sie in der Vergangenheit. Wenn interessante Angebote kommen, wird man sich das gemeinsam anschauen. Wenn nicht, dann sind wir froh, weiterhin zwei sehr gute Spieler zur Verfügung zu haben.

Was kann, soll und muss die Veränderung beim Trainerposten bewirken?

Die Mannschaft hat bereits in Ried ein anderes Gesicht gezeigt und eine gute Leistung gebracht, trotz einer sehr schwierigen Woche davor. Jetzt will ich eine Mannschaft sehen, die den Willen und den Glauben hat, das Spiel am Samstag zu gewinnen. Die Fans müssen das Gefühl haben, dass die Spieler alles gegeben haben, damit sie dann zufrieden nach Hause gehen können.

Hatten Sie den Eindruck, dass dies bisher nicht der Fall war?

Schon, aber das Ergebnis in Wien hat uns alle in Schockstarre versetzt. Wir haben das aufgearbeitet. Wenn du in nicht einmal 15 Minuten drei Tore bekommst, wird alles schwierig und gewisse Mechanismen funktionieren dann nicht mehr. Solche Dinge passieren im Fußball, ich bin aber auch fest überzeugt, dass uns das nicht mehr passiert.

Jacob Italiano und Beres Owusu sind die heißen GAK-Aktien
© GEPA
Jacob Italiano und Beres Owusu sind die heißen GAK-Aktien

Wie können Stadionbesucher in Heimspielen unterstützend mitwirken?

Die Spieler brauchen Unterstützung, auch in Phasen, in denen wir unter Druck stehen. Gerade dann ist der 12. Mann wichtig, gerade dann braucht es einen Rückhalt von den Rängen. Aus Krisen arbeitet man sich am leichtesten gemeinsam schrittweise heraus. Und ich hoffe, dass wir am Samstag den ersten Schritt machen.

Haben sich die Saisonziele aufgrund der letzten Vorfälle geändert?

Nein, die Saisonziele sind noch immer die gleichen. Das ist ein einstelliger Tabellenplatz und dass wir so lange wie möglich in Richtung Strich attackieren können. Viele Anhänger glauben, dass es ein Versehen ist, dass wir im hinteren Drittel spielen. Nur der Name GAK bedeutet nicht automatisch einen Top-Sechs-Platz. Man muss hart arbeiten. Und ich kann nur sagen, das tun wir alle im Verein.

Den Österreicher-Topf gibt der GAK nicht auf?

Der Österreicher-Topf ist ein Teil unseres Budgets. Als österreichischer Verein sehen wir uns aber auch irgendwie verpflichtet, heimischen Talenten eine Chance zu geben.

Wie sehen Sie die Chancen, den WAC punktelos heimzuschicken?

Ich bin voller Optimismus, dass wir einen Sieg holen. Aber viel wichtiger ist die Leistung.

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