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LASK-Kicker Florian Flecker: „Die letzten Monate waren irre“

Mit dem LASK schrieb Florian Flecker Fußballgeschichte. Im Interview spricht der Murauer über Erfolge, Heimat und Zukunftspläne.

Erfolge genießen und bei jedem Spiel Gas geben: die Devise von Florian Flecker vom LASK
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Erfolge genießen und bei jedem Spiel Gas geben: die Devise von Florian Flecker vom LASK
Michaela Egger
Redakteurin Regionalredaktion Murtal & Murau

Herr Flecker, das „Wunder von Linz“ wird in die Fußballgeschichte eingehen. Mit ein paar Tagen Abstand: Welche Rolle nimmt dieses Match gegen Celtic in Ihrer bisherigen Karriere für Sie ein?

Es war verrückt. Bei dem Match ist es um extrem viel gegangen. Dazu kommt der Spielverlauf mit dem Treffer kurz nach meiner Einwechslung, durch den wir es in die Verlängerung geschafft haben. Wenig später musste ich das Feld verletzungsbedingt schon wieder verlassen. Da war einfach alles dabei. Für mich war es mit Sicherheit das außergewöhnlichste Spiel bisher.

Wann haben Sie gespürt, dass bei diesem Spiel etwas Besonderes möglich ist?

Unser Ziel war es, zu gewinnen und gut in das Spiel zu starten. Dann lagen wir 0:1 hinten, das war ein Dämpfer. Aber der Ausgleich vor der Pause war wichtig. Je länger das Spiel dauerte, desto stärker wurden wir. Natürlich war es knapp von der Zeit her, aber spätestens in der Verlängerung wussten wir: Das können wir schaffen!

Double-Sieger 2025/2026 mit dem LASK, Einzug in die Champions-League. Es läuft.

Die letzten Monate waren irre. Zuerst die beiden Titel (im ÖFB-Cup und in der Bundesliga, Anmerkung) und dann der Einzug in die Champions League, womit keiner mehr gerechnet hat. Das ist wirklich ein Märchen.

Wie soll das Märchen weitergehen?

Im Vorjahr belegten wir den elften Tabellenplatz in der Bundesliga. Es ist unglaublich, wie viel in so kurzer Zeit passieren kann. Am besten ist, gar nicht zu viel vorauszuplanen. Ich möchte das Ganze genießen und trotzdem Gas geben, damit es wieder eine schöne Saison wird. Wir werden viele Spiele haben und es geht darum, in jedem einzelnen Spiel Leistung abzurufen.

Welche Träume und Ziele haben Sie?

Ein Ziel war immer, einen Titel zu holen, da ich noch keinen hatte. Nach dieser Saison sind es gleich zwei. Natürlich würde ich das gerne noch einmal in meiner aktiven Karriere erleben. In der Champions League zu spielen, war immer ein Kindheitstraum, und es sieht gut aus, dass ich mir diesen Traum erfülle. Dass wir gegen Real Madrid und Liverpool spielen werden, ist schon etwas ganz Besonderes.

Kommen wir zu Ihren Wurzeln. Sie sind ein waschechter Steirer.

Meine Eltern sind ursprünglich aus der Weststeiermark, aber schon vor vielen Jahren nach Murau gezogen. Dort bin ich auch aufgewachsen. Ich bin ein Murauer und komme immer wieder gerne nach Hause. Dadurch, dass wir viele Spiele haben, gehen sich Besuche aktuell nicht so oft aus. Aber ich habe nach wie vor meine Freunde aus der Kindergartenzeit, es ist noch immer die gleiche Partie. Wenn ich es schaffe, ist es schön, daheim zu sein.

Welche Fleckerl in Ihrer Heimat mögen Sie besonders gern?

Es geht weniger um Orte. Ich bin gerne daheim im Elternhaus oder bei meinen Freunden.

Wie sind Sie einst eigentlich zum Fußballsport gekommen?

Durch meine Freunde im Kindergarten, die teilweise schon im Verein waren. Meine Eltern haben gesagt, wenn ich in die Schule komme, darf ich auch dazu. Aber ich durfte dann doch schon etwas früher eintreten (lacht). 2002 wurde ich angemeldet, bis 2010 war ich dann beim SVU Murau.

Und drehte sich immer alles nur um das runde Leder?

Nein, ich war auch ein guter Langläufer und Teil des steirischen Langlaufkaders. Das kommt daher, dass ich die Skihauptschule in Murau besucht habe. Im Winter war ich im Langlauf unterwegs, im Sommer spielte ich Fußball. Nach der Hauptschule stand ich vor der Entscheidung, welchen Weg ich sportlich einschlagen will. Aber eigentlich war für mich immer klar, dass es der Fußball wird. Neben dem SVU Murau prägte mich in jungen Jahren auch das damalige LZ Oberes Murtal. Zudem wurde ich in die Fußballakademie Kapfenberg aufgenommen.

Wie reagieren die Weggefährten von einst auf Erfolge wie den jüngsten?

Es kommen viele Reaktionen aus der Heimat, darunter zum Beispiel von ehemaligen Trainern. Ich freue mich über jeden, der an mich denkt.

Wie würden Sie Murau beschreiben?

Murau ist eine richtig schöne Stadt mit einer wunderbaren Altstadt, leider aber etwas ausgestorben. Rundherum findet man Natur, man kann Skifahren, es gibt Sportplätze und ein Schwimmbad. Es war für uns Kinder ein Paradies, fad ist uns nicht geworden. Nach der Schule hieß es: Hausaufgaben erledigen und dann nur noch hinaus. Ich verbinde eine extrem schöne Kindheit mit Murau.

Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Fußballer geworden wären?

Vermutlich Lehrer, meine Eltern haben als Lehrer gearbeitet. Ich wäre wahrscheinlich Richtung Sport und Geschichte gegangen, aber ich hatte das Glück, dass meine Karriere schon früh ziemlich gut gerennt ist. Dennoch habe ich in Graz begonnen, Sportwissenschaften zu studieren. Nachdem ich nach Deutschland gegangen bin, war es nicht mehr möglich, weiterzumachen. Dafür absolviere ich jetzt ein Fernstudium für Sportmanagement. Ein Abschluss war immer ein Ziel von mir. Damit ich einen leichteren Übergang ins Berufsleben habe, wenn es als Spieler einmal vorbei ist.

Zur Person

Florian Flecker wurde am 29. Oktober 1995 geboren. Aktuell lebt der 30-Jährige mit seiner Freundin in Linz. Seine Freizeit verbringt der Mittelfeldspieler gerne mit seiner Lebensgefährtin, die ebenfalls Sportlerin ist (Volleyball). Zum Ausgleich und um den Kopf freizubekommen spielt er Golf.

Stationen seiner Sportkarriere sind:

2012 bis 2014 ASC Rapid Kapfenberg
2014 bis 2017 Kapfenberg
2017 bis 2018 Wolfsberger AC
2018 bis 2019 TSV Hartberg
2019 bis 2020 FC Union Berlin
2020 bis 2021 Würzburger Kickers
2021 TSV Hartberg
Seit 2021 LASK

Zum „Wunder von Linz“: Der LASK verliert das Hinspiel gegen Celtic Glasgow im Celtic Park mit 3:0. Das Rückspiel in Linz startet mit einem Tor von Celtic, danach beginnt die Aufholjagd. Der LASK gewinnt mit 5:1 und zieht zum ersten Mal in die Ligaphase der UEFA Champions League ein.

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