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„Veralgter“ Aldriansee: Jetzt soll ein Plan für alle Seen kommen

Nach dem starken Pflanzenwachstum im Aldriansee in Tillmitsch wird nach langfristigen Lösungen gesucht. Geplant ist ein Konzept für mehrere Seen.

Blick über den Aldriansee zum Restaurant- und Veranstaltungsbetrieb „Ankerpunkt“ am gegenüberliegenden Ufer. Hier wird der heuer stark abgesunkene Wasserstand besonders deutlich
© Brutmann
Blick über den Aldriansee zum Restaurant- und Veranstaltungsbetrieb „Ankerpunkt“ am gegenüberliegenden Ufer. Hier wird der heuer stark abgesunkene Wasserstand besonders deutlich
Eva Brutmann
Redakteurin Regionalredaktion Leibnitz & Deutschlandsberg

Sie sorgten für Gesprächsstoff: dichte Teppiche aus Wasserpflanzen auf dem Aldriansee in Tillmitsch. Badegäste versuchten, die lästigen Schlingpflanzen zumindest in den Schwimmbereichen selbst zu roden. Hitze und der stark gesunkene Grundwasserspiegel hatten das Wachstum der Makrophyten begünstigt. Nun steht fest: Mit einem einmaligen Abmähen soll es nicht getan sein. Gemeinde und Bezirkshauptmannschaft wollen ein Gesamtkonzept erarbeiten, das auch die umliegenden Seen einbezieht.

Der Grund dafür sei die hydrologische Situation im gesamten Raum, betont Ute Pöllinger, Leiterin des Bereichs Umwelt und Agrarwesen der Bezirkshauptmannschaft Leibnitz: „Der abgesunkene Grundwasserspiegel ist ja kein isoliertes Phänomen des Aldriansees. Das betrifft das gesamte Leibnitzer Becken.“ Gerade am Aldriansee zeigte sich die Problematik heuer aber besonders deutlich: Der niedrige Wasserstand ließ mehr Sonnenlicht bis zum Seegrund vordringen, die sommerliche Hitze verstärkte das ohnehin vorhandene Wachstum der Wasserpflanzen noch zusätzlich.

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Das rasche Ausbreiten der Makrophyten, also größerer Wasserpflanzen, hatte zuletzt am Aldriansee für Diskussionen gesorgt
Das rasche Ausbreiten der Makrophyten, also größerer Wasserpflanzen, hatte zuletzt am Aldriansee für Diskussionen gesorgt © Brutmann

Tillmitschs Bürgermeister Walter Novak (SPÖ) bestätigt, dass ein Regelkatalog für sämtliche Seen ausgearbeitet werden soll. Es müsse klar definiert werden, „was künftig an den Seen erlaubt ist und was nicht – wie das Betreiben von Stromaggregaten oder das übermäßige Füttern von Fischen.“ Eine schnelle kosmetische Lösung hält Novak nicht für ausreichend. „Mit einmal Abmähen wird das nicht getan sein. Wir brauchen etwas, das langfristig wirksam ist.“

„Genau hinschauen, aber keine Schnellschüsse“

Wann und in welchem Umfang weitere gewässerökologische Gutachten beauftragt werden, ist noch offen. Novak will zunächst Kostenschätzungen und Angebote einholen; für die Finanzierung seien Gemeinderatsbeschlüsse notwendig. „Wir werden das in den nächsten Wochen überprüfen lassen“, sagt er.

Dass die Gewässer im Leibnitzer Becken über den Grundwasserstrom miteinander verbunden sind, sei bekannt. Für Novak ist deshalb klar: „Das gehört alles genau angeschaut, bevor wir da einen Schnellschuss machen.“

Akuten Handlungsbedarf sieht der Tillmitscher Bürgermeister derzeit aber nicht: Die Wasserqualität sei nach den bisherigen Untersuchungen grundsätzlich in Ordnung, einen Anlass für eine Sperre des Aldriansees gebe es auch weiterhin nicht.

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