Gerüchte um Pflegezentrum in Eibiswald sorgen für Verunsicherung
Obwohl das Perisutti Pflegezentrum positiv bilanziert, liebäugeln einige Gemeinden des Pflegeverbandes Deutschlandsberg mit einer Privatisierung.

Mehr als 140 Jahre reicht die Geschichte des Perisutti Pflegezentrums in Eibiswald bereits zurück. Lange Zeit wurde die von Franz, Maria und Rosa Perisutti gestiftete Liegenschaft als Armen- und Krankenhaus genutzt. Bis 1980 erblickten auf der Geburtenstation Generationen von Einheimischen das Licht der Welt. Für viele von ihnen schloss sich hier nach der Umwandlung in ein Pflegeheim Anfang der 1990er der Kreis des Lebens.
Gemeinden unter Druck
Dementsprechend sensibel reagiert man in Eibiswald auf Gerüchte, wonach dem Perisutti Pflegezentrum ein Eigentümer- bzw. Betreiberwechsel bevorstehen könnte. Aktueller Träger ist der Pflegeverband Deutschlandsberg, bestehend aus allen 15 Gemeinden des Bezirks. Bei einigen davon soll die Freude darüber zunehmend sinken. Sie sähen die Einrichtung lieber in privaten Händen – vorrangig, um das finanzielle Risiko für die unter Druck stehenden Kommunen zu minimieren.
Dieses Argument kann der Eibiswalder Bürgermeister Andreas Thürschweller (SPÖ) nicht nachvollziehen: „Das Haus ist auf dem neuesten Stand, gut geführt, voll ausgelastet und bilanziert positiv. Ich sehe hier keinerlei finanzielles Risiko für die Gemeinden.“ Die Einrichtung mit rund 90 Bewohnern und 80 Mitarbeitern an Private zu übertragen, ist für ihn keine Option. „Bevor es dazu kommt, machen wir das als Marktgemeinde Eibiswald allein.“ Lieber wäre ihm freilich, dass alles so bleibt, wie es ist.
Das Haus ist auf dem neuesten Stand, gut geführt, voll ausgelastet und bilanziert positiv.
— Andreas Thürschweller, Bürgermeister Eibiswald
Um Klarheit über die Zukunft des Perisutti Pflegezentrums zu erlangen, ersuchte Thürschweller den Pflegeverband Deutschlandsberg offiziell um Auskunft. Diese erhielt er nun in einem persönlichen Gespräch mit Verbandsobmann Gunther Riedlsperger (ÖVP).
Konstruktiver Austausch
Den genauen Inhalt wollen beide zwar nicht öffentlich machen, der Austausch dürfte aber konstruktiv gewesen sein. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass auch der Herr Obmann kein Interesse daran hat, die Trägerschaft für das Pflegezentrum abzugeben.“ Das bestätigt auch Riedlsperger: „Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, etwas zu verändern. Wenn die Mehrheit der Mitgliedsgemeinden das anders sieht, sind mir aber die Hände gebunden.“
Ich halte nichts davon, Mitarbeiter, Bewohner und die Bevölkerung unnötig zu verunsichern.
— Gunther Riedlsperger, Obmann Pflegeverband Deutschlandsberg
Momentan sei das aber nicht der Fall. „Deshalb halte ich auch nichts davon, Mitarbeiter, Bewohner und die Bevölkerung unnötig zu verunsichern“, so Riedlsperger. Fakt sei, dass das Pflegezentrum auch heuer positiv bilanzieren werde. Von offiziellen Gesprächen mit potenziellen Trägern wisse er nichts.