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Jubiläum der Leobner Hütte: Ein Jahrhundert mit Höhen und Tiefen

Die Kleine Zeitung warf zum 100-jährigen Jubiläum einen Blick in die Vergangenheit der Leobner Hütte und fragte nach, wie die Trockenheit die Hütte heuer beeinflusste.

Die Leobner Hütte hat eine langjährige Geschichte
© KK
Die Leobner Hütte hat eine langjährige Geschichte
Klara Erregger
Redakteurin Regionalredaktion Leoben

Am 5. September steht auf der Leobner Hütte eine Feier an, die nicht nur eine große Bedeutung für die Hütte selbst hat, sondern auch für den Alpenverein Leoben: Es werden 100-jähriges beziehungsweise 140-jähriges Jubiläum gefeiert. Doch die Hütte auf 1582 Seehöhe am Ostabhang des Polsters musste Höhen und Tiefen durchleben. Von einer behördlichen Schließung im Jahr 2009 über die Wiedereröffnung bis hin zur erstmaligen Versorgung mit Trinkwasser und der extremen Trockenheit dieses Sommers.

Denn erst seit zwei Jahren gibt es durch einen Anschluss an den Quellsammelschacht der bestehenden Wasserversorgungsanlage (WVA) Präbichl durchgehend Trinkwasser auf der Leobner Hütte. Davor war man auf das Brauchwasser des nahegelegenen Stollens angewiesen, das in großen Behältern gesammelt und dann auf die Hütte befördert wurde. Während die neue Wasserversorgung „klaglos“ verlaufen sei, habe es in diesem Sommer Probleme gegeben.

Hermann Leitner pachtet die Leobner Hütte seit zwölf Jahren
© Strachwitz
Hermann Leitner pachtet die Leobner Hütte seit zwölf Jahren

Grund dafür war wie so oft die extreme Trockenheit. „Die Quelle, an die unsere Leitung angeschlossen ist, hat heuer weniger geschüttet. Für einige Tage mussten wir deshalb wieder Wasser in Kanistern zur Hütte befördern“, erklärt Hüttenwirt Hermann Leitner. Klar sei aber auch: „Wenn wir nur auf die alte Wasserleitung angewiesen gewesen wären, wäre das Wasser irgendwann ganz ausgegangen.“ Was man rund um die Hütte auch beobachten kann, sei „dass das Almvieh sehr wenig Futter hat“.

Vom Knappenhaus zur Berghütte

Bevor die Hütte zu einer Berghütte für Wanderinnen und Wanderer wurde, diente die Leobner Hütte als Unterkunft für Knappen. In der Region wurde sogar Eisen abgebaut und Probestollen gegraben. Von diesen Stollen soll es sogar noch Pläne geben. Das erste Mal im Grundbuch erwähnt wurde die Leobner Hütte im Jahr 1840.

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So sah die Leobner Hütte früher aus
So sah die Leobner Hütte früher aus © KK

„1926 war die Hütte schon total verfallen und wurde nur mehr als Viehunterstand genutzt. In diesem Jahr hat dann der Alpenverein Leoben, der damals noch Sektion Obersteier genannt wurde, die Hütte gepachtet und revitalisiert“, erzählt Claudia Schagerl, Obfrau des Alpenvereins Leoben. Eröffnet wurde sie schließlich am 5. September – der Tag, an dem die Jubiläumsfeier stattfindet, wurde also nicht zufällig ausgewählt.

Viele Jahre später, im Jahr 1991, wurde die Hütte unter Obmann Fritz Ertl gekauft. Im Laufe der Jahre kam es immer wieder zu notwendigen Reparaturen. Auch die Talstation der Materialseilbahn nahe der Hütte wurde mehrmals zerstört beziehungsweise durch Lawinen weggerissen.

Die Eröffnung der Leobner Hütte am 5. September 1926
© KK
Die Eröffnung der Leobner Hütte am 5. September 1926

Behördliche Schließung und Neueröffnung

Fast drei Jahre lang, von 2009 bis 2011, musste die Hütte behördlich geschlossen werden, nachdem mehrere Mängel festgestellt wurden. Laut Schagerl habe es sogar Ansätze für einen Neubau oder einen Ersatzbau gegeben, „das war dann aber unleistbar“. Renate Käfer war unter den vielen Ehrenamtlichen, die sich danach dazu entschlossen haben, die Mängel selbst zu beheben.

„Ab 2011 gab es einen Wochenendbetrieb, die Sektionsmitglieder des Vereins haben sich abgewechselt. Seit 2014 sind Hermann und Sabine Leitner die Pächter der Leobner Hütte. Das läuft sehr stabil“, erzählt Schagerl. „Im Moment hat die Hütte von Mai bis zum Ende der Schulferien durchgehend geöffnet. In der Nachsaison bis Ende Oktober dann von Donnerstag bis Sonntag“, sagt Leitner.

Frühstück über den Wolken
© KK
Frühstück über den Wolken

Weitere Erneuerungen

Auch für die bevorstehende Jubiläumsfeier will man die Hütte wieder auf Vordermann bringen. Es wurden neue Tische und Bänke angeschafft, die PV-Anlage wurde mit der Installation von modernen Akkus erweitert. Für ausreichend Warmwasser wurde eine Brauchwasserpumpe installiert. Und für ein frischeres Erscheinungsbild hat man auch noch vor, die Fassade neu zu streichen.

„Die Feier beginnt am Samstag, dem 5. September, um 11 Uhr mit einer kleinen Ansprache. Es soll ein lockeres und ungezwungenes Beisammensein sein“, sagt Schagerl. Dabei soll auf die langjährige Geschichte der Hütte und des Alpenvereins zurückgeblickt werden und unter anderem auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Vordernberg angestoßen werden. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Murtaler Kirchtagsmusi.

Die Hütte wird laufend erneuert
© Wolfgang Hatzi
Die Hütte wird laufend erneuert

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