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Kann wirklich jeder Discofox tanzen? Ein Selbstversuch

Der Discofox ist der Tanz des Jahres, beliebt auf Hochzeiten, Zeltfesten und in Tanzlokalen. „Jeder kann tanzen lernen“, sagt die Villacher Tanzschulinhaberin Iris Huber. Ein Selbstversuch. Mit Video.

Ein Mann und eine Frau in einem Tanzstudio verharren in einer Tanzfigur
© Peter Rass
Tanzschulinhaberin Iris Huber bringt Redakteur Klaus Steiner den Tanz des Jahres bei
Klaus Steiner
Regionalbüro Villach

Bunte Lichter hängen von der Decke, Spiegel säumen die Wände. An der Seite steht ein erhöhtes DJ-Pult, man fühlt sich in eine frühere Zeit versetzt. Bevor es auf die Tanzfläche geht, werden zuerst Straßen- gegen Tanzschuhe getauscht. Es ist eine Reise zurück. 35 Jahre liegt der letzte Tanzkurs zurück, damals im Keller der Post in Feistritz/Drau. Seither bewegten sich die Füße eher nach Gefühl.

Nun soll der Discofox, Tanz des Jahres, Ordnung hineinbringen. Tanzschulinhaberin Iris Huber nimmt einem die Nervosität schnell. Sie führt die Tanzschule, die ihre Eltern Otto und Gertrude Huber 1968 gründeten, seit 2003 und hat hunderten Kärntnerinnen und Kärntnern im symbolischen Sinn „Beine gemacht“. „Der Discofox braucht wenig Platz und lässt sich zu vielen Musikrichtungen tanzen“, erklärt sie. Er entstand aus dem Foxtrott und wurde ab Ende der 1960er-Jahren in Diskotheken verändert.

Jeder kann tanzen lernen.

— Iris Huber, Tanzlehrerin
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Der Grundschritt wird zuerst nebeneinander gelernt
Der Grundschritt wird zuerst nebeneinander gelernt © Peter Rass

Linker Fuß, rechter Fuß, Tipp

Der Einstieg wirkt fast verdächtig einfach: Linker Fuß vor, rechter Fuß nach, tipp. Huber zeigt den Grundschritt, zuerst alleine, dann zusammen. Nach wenigen Minuten verstummt das Zählen im Kopf langsam. Sogar die erste Drehung klappt. Doch beim Wechsel zurück in den Standschritt geraten Kopf und Beine aneinander. „Es kann jeder tanzen. Mit Geduld geht alles“, motiviert Huber.

Die Villacherin weiß, wie man Bewegungen vermittelt. Sie absolvierte eine Tanzlehrer- und Ballettausbildung, schloss an der Volksoper ab und tanzte auch schon Hip-Hop mit DJ Bobo. 2013 choreografierte sie beim Wiener Opernball 144 Debütantenpaare. „Es war ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist.“ In Villach lernen ihre Kundinnen und Kunden heute Walzer, Cha-Cha-Cha und Discofox. „Das Schönste ist, wenn man jemandem das Tanzen beibringen und diese Freude vermitteln kann“, sagt sie.

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Mit Geduld wird der Grundschritt geübt
Mit Geduld wird der Grundschritt geübt © Peter Rass

„Nur nicht auf die Füße treten“

Beim Discofox reicht es nicht, die eigenen Füße im Griff zu haben. Die linke Hand des Herrn führt die rechte der Dame, die andere liegt an ihrem oberen Rücken. Dann folgt die erste Figur. Die Partnerin dreht sich unter dem Arm, der Mann tanzt rechts an ihr vorbei. Schwieriger ist der Weg zurück in den Grundschritt. Der Blick zieht immer wieder nach unten.

Dann läuft Musik. Was zuvor nach Schrittfolge aussah, beginnt langsam, nach Tanzen auszusehen. Erste Schweißperlen zeigen sich. Discofox ist technisch unkompliziert, verlangt aber Koordination. Rhythmus halten, führen, drehen und den nächsten Schritt nicht vergessen. Huber erzählt während des Tanzens, viele kämen wegen des gemeinsamen Hobbys und der Geselligkeit. Zuletzt meldeten sich häufiger Männer an, die bei Feiern nicht nur an der Theke stehen wollen.

Die Stunde endet dort, wo sie begonnen hat: linker Fuß, rechter Fuß, Tipp. Nur fühlt es sich jetzt anders an. Der Grundschritt sitzt, die Drehung meistens auch. Die größte Herausforderung bleibt das Umschalten zwischen den Figuren. Was leicht aussieht, verlangt Konzentration, Koordination und den Mut, den Füßen zu vertrauen. Ganz ohne Zählen geht es noch nicht. Aber der Sicherheitsabstand zu anderen Fußpaaren ist deutlich kleiner geworden.