Ihr Brot schmeckt nach Lesachtal und Leidenschaft
Als Obfrau des Vereins „Lesachtaler Brot“ ist Katharina Unterluggauer federführend bei der Organisation des 41. Dorf- und Brotfestes am 5. und 6. September beteiligt.

Wenn Katharina Unterluggauer aus Klebas bei Liesing vom Brotbacken spricht, merkt man, dass sie für dieses Produkt lebt. „Bei meiner Patin durfte ich als Kind zum ersten Mal mithelfen“, erinnert sich die gebürtige Steirerin. Damals entstand ein Wunsch, der sie nie wieder losließ. Sie sehnte sich nach einem Raum, einem Ofen und dem eigenen Brot. Im Lesachtal, wohin sie die Liebe geführt hat, erfüllte sich dieser Traum. Im Haus standen ein Backofen, eine Knetmaschine und das nötige Zubehör. Ihr Mann Gabriel bestärkte sie: „Ich würde mich freuen, wenn wir eigenes Brot essen könnten.“ Auch Schwiegervater Hans ermutigte sie: „Probier es, wenn es nichts wird, fressen es die Tiere im Stall.“
Bis zu 70 Brotlaibe in der Woche
Unterluggauer holte sich Wissen bei Bekannten, denn das Lesachtaler Brot unterscheidet sich deutlich vom steirischen, das sie aus ihrer Heimat kennt. „Unser Brot in der Steiermark ist viel säuerlicher. Das Lesachtaler Brot ist milder und feiner.“ Zunächst arbeitete sie mit Hefe und Sauerteig, bis sie bei einem Kurs der steirischen Brotback-Spezialistin Eva‑Maria Lipp einen speziellen Sauerteig bekam. Seither ist das Backen für die 41‑Jährige mehr als Routine – es ist Leidenschaft. Im Sommer schiebt sie zwei- bis dreimal pro Woche zwischen 20 und 24 Laibe in den Ofen.

Seit kurzer Zeit ist sie Obfrau des Vereines „Lesachtaler Brot“. Die Mitglieder produzieren das Brot nach dem Vorbild ihrer Ahnen. Wer sein Brot „Lesachtaler Brot“ nennen will, muss strenge Vorgaben erfüllen. „Das Getreide sollte aus unserer Region stammen, mit einer Mühle im Tal gemahlen und auch hier gebacken werden. Die Zutaten sind klar definiert: ein Drittel Weizenmehl, zwei Drittel Roggenmehl, Salz und Sauerteig. Sieben Landwirte bauen wieder Korn im Tal an, es ist ein Stück gelebter Wertschöpfung. Ich brenne für dieses Lebensmittel“, schwärmt sie.
Unterluggauer ist Bäuerin aus Überzeugung. „Wir leben mit der Natur, sie gibt uns so viele tolle Produkte.“ Beim Lesachtaler Dorf- und Brotfest kann man der Mutter von Paul (14) und Julia (12) am 5. und 6. September beim Backen über die Schulter schauen – und erfahren, warum ihr Sauerteigbrot so besonders köstlich ist. Eines verrät sie vorab: „Je öfter man bäckt, desto aktiver ist der Sauerteig, desto weniger Säure hat er, umso milder ist das Brot.“
Infos zum Fest
Das 41. Lesachtaler Dorf- und Brotfest findet in Liesing im Lesachtal statt.
Samstag: 5. September:
14 Uhr Schaubrotbacken in der Volksmusikakademie
17 Uhr Dorffestauftakt mit der „Kleinen Besetzung“ der Trachtenkapelle Liesing
21 Uhr Dorffestparty in der Stadl-Bar
Sonntag, 6. September:
8:30 Uhr Festgottesdienst mit Schutzengelprozession und Brotsegnung
10 Uhr Frühschoppen mit der Trachtenkapelle Maria Luggau
11 Uhr Eröffnung und Brotanschnitt
14 Uhr Es spielen die „Gipfelsturm-Musikanten“ aus dem Drautal
Weiters: Schaubrotbacken, Lesachtaler Köstlichkeiten zum Mittagstisch, Handwerkerstraße, Geigenbaumuseum, Kinderunterhaltung und viel Musik.