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Diese Betriebe am Wörthersee leben Vielfalt das ganze Jahr über

Wenn sich die Straßen von Pörtschach Ende August für das Pink Lake Festival herausputzen, wird sichtbar, was manche Betriebe rund um den See längst das ganze Jahr leben: Willkommen ist, wer kommt – unabhängig davon, wen jemand liebt. Wir stellen einige Betrieb vor, die zeigen, wie gelebte Offenheit im Alltag aussieht.

Klaus Steiner
Regionalbüro Villach
Schloss Leonstein: Daria und Stefan Obmann sind seit 2017 Gastgeber im Schloss Leonstain im Herzen von Pörtschach. Seit vielen Jahren zählt die Almdudler-Almrauschparty in den historischen Gemäuern zu den Fixpunkten der Pink-Lake-Woche. Der weitläufige Garten und das 1550 erbaute Schloss bilden dabei die Kulisse für einen Abend in Tracht. Nach der offiziellen Eröffnung durch die beiden Pink-Lake-Gastgeberinnen Clara Mydia und Syphia Lis geht die Feier im historischen Innenhof weiter. Während der Festivalwoche beherbergt das Leonstain zudem zahlreiche Pink-Lake-Gäste sowie Künstlerinnen und Künstler.
Strass Underground Bar:
Seit Oktober 2025 betreiben Emanuel und René Kolmanz in der Purtscherstraße in Klagenfurt die „Strass Underground Bar“. Innerhalb weniger Monate hat das Paar im Kellerlokal einen neuen Treffpunkt für die LGBTQI-Community und alle geschaffen, die queeres Flair schätzen.
Emanuel Kolmanz bringt als Absolvent der Hotelfachschule Bad Gleichenberg Erfahrung aus der Gastronomie mit. Persönliche Betreuung steht für ihn im Mittelpunkt. „Wenn ich Gäste so behandle, wie ich gerne behandelt werden möchte, funktioniert das. Die Leute schätzen das“, sagt Kolmanz. Sie hoffen die Community stärker zusammenzubringen und Klagenfurt weiter für queeres Leben zu öffnen. Am Freitag, 28. August, sind sie Gastgeber der Club-Night-Afterparty.
Seehotel Das Jo:
Auch im Seehotel Das Jo. ist die Pink-Lake-Woche längst ein Fixpunkt. „Es ist immer eine nette Woche mit einer lebensfrohen Klientel“, sagt Geschäftsführerin Heide Pichler-Herritsch. Gäste aus der Community seien allerdings nicht nur während des Festivals im Haus, sondern das ganze Jahr über, weshalb es auch keine spezielle Werbung brauche. Entscheidend sei vielmehr, dass sich alle Gäste sicher und wohlfühlen. Das Haus verfügt über 32 Zimmer, Seezugang mit großer Liegewiese, einen Spabereich am Dach mit Panoramablick über den See sowie eigener Gastronomie. Auffällig sei laut Pichler-Herritsch auch die Ausgabebereitschaft: „Für Dinge, die den Gästen der Pink Lake gut gefallen, geben sie gerne Geld aus. Wenn es ums Feiern geht, sitzt die Brieftasche lockerer.“
Fritz Club Klagenfurt:
Im Fritz Club in Klagenfurt wird Offenheit nicht nur während des Pink-Lake-Festivals gelebt. Seit mehreren Jahren ist der Club offizieller Gastgeber der Afterparty zur Pride-Parade in Klagenfurt. Über die Zusammenarbeit mit dem Verein Queerinthia entstanden schließlich auch Gespräche über die Pink Lake Club Night, die heuer erstmals im Fritz Club stattfindet. Bisher wurde die Freitagsparty traditionell in der Fabrik in Techelsberg gefeiert. „Wir leben die Werte das ganze Jahr über und tragen sie sowohl als Unternehmen als auch innerhalb unseres Teams mit“, sagt Geschäftsführer Samuel Hérault. Gemeinsam mit Barchef und Clubmanager Daniel Brückler führt er den Betrieb. Bei Veranstaltungen sorgen rund 20 bis 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, überwiegend Studierende, für den Ablauf.
Intercoiffure Welle in Klagenfurt:
Auch abseits des Wörthersees setzt Reinhold Hofmeister mit Intercoiffure Welle in der Klagenfurter Bahnhofstraße auf Offenheit. Der Friseursalon versteht sich ausdrücklich als geschützter Raum für Menschen aus der Community, insbesondere Transpersonen, die hier ohne Vorbehalte willkommen sind. Hofmeister übernahm den traditionsreichen Betrieb 2024 von Familie Welle, die den Salon seit 1955 geführt hatte. Gemeinsam mit drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bietet er das gesamte Spektrum rund ums Haar, vom Schneiden und Färben über Extensions bis zu Zweithaar und Showperücken, an. Gerade für Kundinnen und Kunden, für die Aussehen und Identität eng miteinander verbunden sind, soll der Salon ein Ort sein, an dem sie sich sicher und selbstverständlich behandelt fühlen.
Café Restaurant Strandleben:
Von Anfang an bei der Pink Lake dabei ist Günther Wienerroither vom Café und Restaurant Strandleben direkt neben dem Pörtschacher Strandbad. Während der Festivalwoche wird das Lokal passend dekoriert, zudem ist das Strandleben heuer Gastgeber von zwei Veranstaltungen: einer Drag-Show und der Gayme Night. „Wir machen das von Anfang an und sind sehr gut damit gefahren“, sagt Wienerroither. Auch tagsüber ist sein Team eingebunden und betreut die Festivalgäste auf der Blumeninsel, wo sich der offizielle Treffpunkt befindet. Für den Gastronomen ist die LGBTQIA+-Community längst zu einem wichtigen Publikum geworden. „Die Gäste bringen auch Geld in die Region“, betont Wienerroither. Entscheidend sei für ihn aber, dass sich die Besucherinnen und Besucher willkommen fühlen – nicht nur während Pink Lake.