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Lehrberufe werden modernisiert, mehr Geld für Lehre mit Matura

Regierung reserviert 10 Millionen Euro zusätzlich für „Lehre mit Matura“. Im Zuge des jüngsten Lehrberufspakets wurden 14 Lehrberufe reformiert.

Auch der Lehrberuf Konditorei/Zuckerbäckerei, für den ab 1. Jänner 2027 neue Prüfungsregeln gelten, wurde überarbeitet
© imago stock&people
Auch der Lehrberuf Konditorei/Zuckerbäckerei, für den ab 1. Jänner 2027 neue Prüfungsregeln gelten, wurde überarbeitet

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) wollen die berufliche Ausbildung in Österreich modernisieren und finanziell stärken. Für das Programm „Lehre mit Matura„ werden dafür zusätzlich zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wie sie am Montag in Linz ankündigten. Im Zentrum der Reformbestrebungen steht das Lehrberufspaket 1/2026, mit dem insgesamt 14 Lehrberufe auf den neuesten Stand gebracht wurden.

Dazu zählt auch der Beruf Konditorei/Zuckerbäckerei, für den ab 1. Jänner 2027 neue Prüfungsregeln gelten. Die Ausbildung soll damit praxisnäher werden und neben handwerklichen Fähigkeiten auch Kundenorientierung und Präsentationskompetenz bewerten. „Die Lehre ist kein Plan B, sondern ein Karriereweg mit Zukunft“, sagte Hattmannsdorfer laut Pressemitteilung. „Wer eine Lehre beginnt, dem stehen alle Wege offen – bis zur Meisterprüfung, zur Betriebsübernahme und in die Selbstständigkeit“, das zeige auch ein Plus von 18 Prozent bei den Meisterabschlüssen.

Im Jahr 2025 seien im Konditorengewerbe 112 Meisterprüfungen erfolgreich abgeschlossen worden, nach 95 im Jahr 2024, berichtete der Minister bei einem Besuch in der Linzer Konditorei Jindrak. Bemerkenswert hoch sei dabei die Frauenquote, da 104 dieser Abschlüsse an Frauen gegangen seien.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) bei einem Besuch in der Linzer Konditorei Jindrak
© Alexander Haiden
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) bei einem Besuch in der Linzer Konditorei Jindrak

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die finanzielle Aufwertung der „Lehre mit Matura“. Die zusätzliche Förderung von 10 Millionen Euro soll die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung in kostenlosen Lehrgängen absichern, wobei insbesondere Kompetenzen in Deutsch und Mathematik im Fokus stehen. Insgesamt stehen für die Erwachsenenbildung damit 51 Millionen Euro bereit. Bildungschancen dürften nicht von der Herkunft oder vom gewählten Ausbildungsweg abhängen, sagte Holzleitner. „Wer sich für eine Lehre entscheidet, soll gleichzeitig alle Möglichkeiten für weitere Bildung offenhaben. Unser Ziel ist ein Bildungssystem ohne Sackgassen, das Aufstieg und Weiterentwicklung in jeder Lebensphase ermöglicht.“

Rückläufige Lehrlingszahlen

Die Bemühungen der Politik stehen vor dem Hintergrund rückläufiger Lehrlingszahlen und einer anstehenden Pensionierungswelle. Ende 2025 befanden sich bundesweit 102.878 Lehrlinge in Ausbildung, das war ein Rückgang um 3,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor. In der Konditorbranche sank die Anzahl der Lehrlinge von 963 im Jahr 2024 auf 917 im Jahr 2025.

Kritik von der FPÖ

Mit Kritik reagierten die Freiheitlichen, die von einer „reinen Augenauswischerei“ und einer „Verhöhnung für alle Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe“ sprachen. „Dieses durchschaubare PR-Manöver“ könne „nicht über das Totalversagen der Regierung bei der Aufwertung der dualen Ausbildung hinwegtäuschen“, wurde FPÖ-Lehrlingssprecher Manuel Pfeifer in einer Mitteilung zitiert.

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