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Schock: Steirerin entdeckt riesen Wespennest in ihrem Schlafzimmer

Eine Steirerin ließ während längerer Abwesenheit ein Fenster ihres Zweitwohnsitzes gekippt. Bei ihrer Rückkehr hatte sich zwischen Fenster und Vorhang ein riesiges Wespennest gebildet. Doch das war nicht die einzige Überraschung für die Einsatzkräfte.

Bild zeigt Wespennest
© FF Mariazell
Dieses riesige Wespennest fand eine Steirerin in ihrer Wohnung
Michael Kloiber
Leiter Steiermark-Ressort

Ein ungewöhnlicher Fund hat am 21. August die Freiwillige Feuerwehr Mariazell beschäftigt: In einem Schlafzimmer eines Zweitwohnsitzes im Ortsteil Halltal hatte sich ein außergewöhnlich großes Wespennest gebildet. Die Tiere hatten ihr Nest zwischen einem Fenster und dem davor befindlichen Vorhang errichtet.

Die geschockte Besitzerin alarmierte die Einsatzkräfte. Sie war laut Feuerwehr längere Zeit nicht vor Ort gewesen. Offenbar hatte ein gekipptes Fenster den Wespen während ihrer Abwesenheit den Weg ins Schlafzimmer ermöglicht. Zwischen Fenster und Vorhang fanden sie einen geschützten Platz und begannen mit dem Nestbau.

Doch bei diesem Fund blieb es nicht: Die Feuerwehr entdeckte in der Wohnung sechs weitere, kleinere Wespennester. Diese waren allerdings bereits verlassen.

Bis zu 10.000 Wespen in einem Nest

Wie lange die Tiere ihr Quartier bereits unbemerkt bewohnt hatten, ist nicht bekannt. Die Größe des Nestes deutet allerdings darauf hin, dass sie ausreichend Zeit hatten, sich einzurichten, hieß es seitens der Feuerwehr Mariazell. Große Wespennester entstehen über einen Zeitraum von vier bis fünf Monaten und werden Schicht für Schicht gebaut. Welche Dimensionen sie erreichen können, zeigt die Zahl ihrer Bewohner: Bei der Gemeinen Wespe umfasst ein Volk im Regelfall etwa 3000 bis 4000 Tiere. Besonders große Nester können sogar zwischen 7000 und 10.000 Wespen beherbergen.

Wo Wespen ihre Nester errichten, entscheidet sich bereits im Frühjahr. Die Königin sucht einen möglichst geschützten Standort. Je nach Art kommen dafür Bereiche unter Dächern genauso infrage wie – etwa diesmal in Mariazell – geschützte Stellen in Gebäuden.

Wann die Feuerwehr bei Wespennestern ausrückt

Für Feuerwehren sind Einsätze wegen Wespen und anderer Insekten zwar nichts Außergewöhnliches. Die Entfernung oder Vernichtung von Wespen-, Hornissen- oder Bienennestern zählt allerdings grundsätzlich nicht zu ihren Aufgaben, betont der Landesfeuerwehrverband Steiermark. Wer ein Nest am Haus, im Garten oder in einem Gebäude entdeckt und sich gefährdet fühlt, sollte sich zunächst an professionelle Schädlingsbekämpfer beziehungsweise andere Fachleute wenden.

In Einzelfällen können Feuerwehren dennoch ausrücken – etwa bei Nestern in unmittelbarer Nähe größerer Menschenansammlungen, bei Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern oder Seniorenheimen. Auch bei Gefahr im Verzug, beispielsweise wenn Allergiker unmittelbar gefährdet sind, kann ein Einsatz notwendig werden.

Was nach einem Wespenstich zu tun ist

Kommt es zu einem Stich, hängt die richtige Reaktion vor allem von den auftretenden Symptomen ab. Bei Nicht-Allergikern sollte die betroffene Stelle gekühlt werden, erklärt Christina Vallant, Fachärztin an der Allergieambulanz des Universitätsklinikums Graz. Wird die Schwellung in den folgenden Tagen deutlich größer und erreicht einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern, ist ein Besuch beim Hausarzt ratsam.

Treten innerhalb weniger Minuten bis zu einer Stunde Ganzkörperausschlag, Schwindel oder Atemnot auf, kann das auf eine allergische Reaktion hindeuten. In diesem Fall sollte umgehend der Notruf verständigt werden.