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Meloni selbst hat für Konkurrenz von rechts gesorgt

Maria Schaunitzer
Außenpolitik und International
Meloni im Dilemma
© IMAGO/Fabio Frustaci
Meloni im Dilemma

Dass Italiens Regierungschefin nun von rechts überholt wird, liegt auch an ihrer eigenen Politik.

Rechts, rechter, Roberto Vannacci – so lautet derzeit das Motto in Italien. Und das ist beachtlich, bedenkt man, dass in unserem südlichen Nachbarland ohnehin eine rechte Koalition unter Giorgia Meloni regiert. Und doch droht der Regierungschefin gerade Konkurrenz aus diesem Spektrum.

Mit dem ehemaligen General Vannacci bekommt Meloni einen radikalen Konkurrenten. Sein Erfolgsrezept ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: maximale Aufmerksamkeit durch maximale Zuspitzung. Der 57-Jährige inszeniert sich als Mann, der ausspricht, was andere aus Rücksicht auf politische Korrektheit nicht mehr zu sagen wagen.

Meloni als Wegbereiterin der eigenen Konkurrenz

Das sollte der Regierungschefin bekannt vorkommen. Meloni hat durch ihre Politik selbst den Raum für noch radikalere Kräfte geschaffen. Politische Positionen und Sprache der Rechten, die vor wenigen Jahren noch als untragbar und unsagbar galten, haben sich normalisiert.

Vannacci kann aus der Opposition heraus jene rechtsextremen, homophoben und ausländerfeindlichen Forderungen formulieren, die Meloni als Regierungschefin und Aushängeschild Italiens in dieser Schärfe nicht mehr äußern kann oder will. Sie selbst scheint näher an der politischen Mitte angekommen zu sein. Ob sie dort angesichts des Angriffs von rechts bleiben kann, ist allerdings fraglich.