Gericht entschied: Kinder dürfen in die MMS Edelschrott wechseln
Köflacher Bürgermeister hatte einen Bescheid seines Amtskollegen aus Maria Lankowitz beeinsprucht. Demnach sollten mehrere Kinder aus Lankowitz, die dem Köflacher Schulsprengel zugeteilt sind, nach Edelschrott wechseln.
Für viel Diskussion sorgte in den vergangenen Monaten die Causa rund um den geplanten Schulsprengel-Wechsel mehrerer Kinder in Köflach und Maria Lankowitz, das ebenfalls zum Schulsprengel Köflach gehört. Insgesamt 16 Kinder wollten den Schulsprengel wechseln und ab Herbst ihre Ausbildung an der Musikmittelschule in Edelschrott fortsetzen. Die dafür notwendige Aufnahmsprüfung hatten sie auch schon erfolgreich absolviert. Auch der in der Wohnsitzgemeinde notwendige Antrag auf den Schulsprengelwechsel wurde fristgerecht eingebracht.
Für die elf Kinder aus Maria Lankowitz erließ der dortige Bürgermeister Bernd Mara (SPÖ) einen positiven Bescheid. Köflachs Stadtchef Helmut Linhart (ÖVP) wiederum lehnte den Schulsprengelwechsel seiner fünf betroffenen Gemeindebewohner per Bescheid ab und beeinspreichte den Bescheid der Gemeinde Maria Lankowitz beim Landesverwaltungsgericht. „Wir sind als Stadtgemeinde der bisherigen Auffassung der Bildungsdirektion gefolgt, dass wir als Schulerhalter das Ziel verfolgen müssen, die Klassenzahl zu erhalten. Wir haben da nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt.“ Einem Wechsel des Schulsprengels muss die Wohnsitzgemeinde auch deshalb zustimmen, weil damit Zahlungen eines Schulgeldes an die schulerhaltende Gemeinde verbunden sind.
Schock für die Eltern
Für die betroffenen Eltern aus Maria Lankowitz war das ein Schock. „Unsere Kinder sind emotional belastet und können sich gar nicht auf das neue Schuljahr freuen“, taten sie vor wenigen Wochen ihren Unmut kund. Auch die betroffenen Eltern der Köflacher Kinder stiegen auf die Barrikaden, bei der Gemeinderatssitzung im Juni 2026 wurde im Köflacher Rathaus hitzig debattiert.

Nun hat das Landesverwaltungsgericht den Einspruch abgewiesen. Alle 14 Kinder dürfen den Sprengel wechseln, der Einspruch gegen den Wechsel von zwei Kindern wurde noch im Verfahren zurückgenommen. Das Gericht begründet die Entscheidung damit, dass nach der Absolvierung der Aufnahmsprüfung für die MMS Edelschrott das individuelle Bildlungsziel im Vordergrund stehe. Eine vergleichsweise Ausbildung sei im Schulsprengel Köflach nicht möglich.
„Kein Konflikt mit Köflach“
Den Eltern fällt damit ein Stein vom Herzen, auch der Lankowitzer Ortschef Bernd Mara ist erleichtert: „Es wurde im Sinne der Kinder entschieden. Es geht in diesem Fall nur um die musikalische Ausbildung. Es gibt keinen Konflikt mit Köflach oder Bürgermeister Helmut Linhart und ich kann seine Seite auch nachvollziehen.“ Auch wenn der Einspruch abgewiesen wurde, sei der Schritt unausweichlich gewesen, betont Linhart: „Wir haben zu keiner Zeit Informationen aus Lankowitz bekommen.“ Hier sei die Nachbargemeinde säumig gewesen, weshalb „das Gericht auch das eigentliche Behördenverfahren durchführen musste“.

Nun habe man zumindest rechtliche Sicherheit, wie künftig in solchen Fällen vorzugehen sei, meint Linhart, der hinzufügt: „Für den Bildungsstandort Köflach ist es natürlich eine Schwächung.“ Nun müsse man sich gemeinsam mit Direktion und Lehrerkollegium überlegen, wie der Schulstandort attraktiviert werden könne.