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Leon Krammer: Der nächste Adler fliegt über den großen Teich

Der Villacher Leon Krammer (19) schaffte via Schweden den Sprung in die USA, ab September läuft der Verteidiger für die Northern Cyclones nahe Boston auf.

Leon Krammer durchlief die Eishockeyschule des VSV
© Krammer
Leon Krammer durchlief die Eishockeyschule des VSV

Paul Sintschnig und Nico Uschan, die im Vorjahr schon einiges an ICE-Erfahrung sammelten, sorgten im Sommer nach dem Draft der Juniorenliga CHL bereits für Aufsehen, sie gehen zusammen nach Halifax und reihen sich unter viele junge Kärntner ein, die den Weg nach Nordamerika einschlugen. Und sie sind nicht die einzigen Villacher. Denn still und heimlich wuchs in Villach in den letzten Jahren ein großes Talent heran, das nun ebenfalls über den großen Teich flattert. Die Rede ist vom 19-jährigen Leon Krammer. Er ist ein echtes Kind der Villacher Eishockey-Schule, durchlief bis zur U20 den gesamten Nachwuchs der Blau-Weißen und wechselt jetzt in die Nachwuchsliga NCDC zu den Northern Cyclones nach Hudson im US-Bundesstaat New Hampshire und in der Nähe der Großstadt Boston.

Die Vorfreude und Aufregung sind riesig. Die Zeit beim VSV werde ich sicher auch vermissen.

— Leon Krammer, Neo-US-Legionär

„Ich habe immer mehr mit dem Gedanken gespielt, einmal von daheim weg zu wollen, um den Traum als Profi zu realisieren“, erzählt Krammer, der die volle Unterstützung von Papa Rene, bekannter Villacher Medien-Allrounder, erfährt. „Er hat in Schweden ein sogenanntes Showcase, ein Camp, wo man sich vor Scouts zeigen kann, gefunden und dann sind wir hin. Über fünf Tage trainiert man mit 17- bis 20-Jährigen aus ganz Europa und spielt mehrere Matches“, skizziert Krammer, der am Ende vier Angebote aus der NCDC-Liga am Tisch hatte, sich für die Cyclones entschied: „Alle Kontakte, die ich habe, haben mir zu dem Team geraten, bezüglich Spielzeit und Einsatz in Special Teams hat das Paket dort am besten geklungen.“

Bereits im September geht es los

Somit hebt der Flieger am 30. August ab, ab 1. September steht die erste Trainingswoche an. „Ich will gleich zeigen, dass ich nicht irgendeiner bin, sondern schon etwas draufhabe. Ich bin körperlich robust, kann das Spiel gut lesen. Meine offensiven Bemühungen will ich noch verbessern. Zudem will ich gleich ein paar Kumpels finden. Die Nordamerikaner sind eh sehr offen, ich bin zuversichtlich“, sagt Krammer, dessen „Vorfreude riesig ist. Aber auch Aufregung ist dabei.“ Immerhin geht es alleine in ein neues Land, auf einen neuen Kontinent. „Vermissen werde ich den VSV sicher, da spielt man jahrelang mit den gleichen Leuten zusammen, das war eine tolle Zeit“, so der SSLK-Schüler am Borg Spittal, der noch ein Jahr online Unterricht bekommt, die Matura 2027 vor Ort absolvieren wird und volle Unterstützung der Eltern hat, „wenngleich die Mama sich schon Sorgen macht“, sagt er grinsend.

Krammer hat, seit er auf dem Eis steht, alles dem Traum vom Profi untergeordnet, Teenagerjahre in Disziplin hinter sich gebracht. „Manchmal denkt man sich schon: ‚Ich würde lieber am See liegen, als hier im Kreis zu laufen.‘ Aber das Ziel treibt einen immer wieder an, weiterzumachen.“

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