DNA beweist: Wolf riss im Zirbitzgebiet mindestens 31 Schafe
Die heiß ersehnten DNA-Ergebnisse sind da: Ein Wolf aus Italien hat am Zirbitz 31 Schafe getötet und neun verschleppt. Ob gar mehrere Wölfe zugeschlagen haben, steht noch nicht fest.
Bange Tage liegen hinter der Familie Wernig aus Mühlen: Anfang August wurden, wie berichtet, 31 Schafe auf einer gut gesicherten Weide im Grenzgebiet zwischen der Steiermark und Kärnten von einem Raubtier getötet, neun Tiere sind spurlos verschwunden. Die Vermutung lag anhand des Rissbildes nahe, dass es ein Wolf war. Und das beweist nun der DNA-Test, auf den die Landwirte und ihre Kollegen lange gewartet haben.
„Wir wurden soeben informiert. Es ist bestätigt, dass es ein Wolfsriss war“, so Marieke Wernig sichtlich schockiert. Der Wolf sei demnach von Italien ins Zirbitzgebiet gekommen. Nun ist eine noch genauere Prüfung des ans Labor gelieferten Spuren-Materials nötig, um festzustellen, ob ein oder sogar zwei Wölfe die Schafe getötet haben. „Aber wir wissen nun wenigstens, dass es definitiv ein Wolf war.“
„Belastende Situation“
Für die Landwirtin ist die Situation „sehr belastend“ – auch, weil die Auswertung des Materials so lange gedauert hat. Wo der Wolf sich aktuell aufhält, weiß niemand. Die Raubtiere können in kürzester Zeit große Strecken zurücklegen, möglich ist aber auch, dass sich der Wolf noch im Bereich des Zirbitzkogels aufhält. Die Landwirte in der Region sind entsprechend alarmiert, am Zirbitz befinden sich auch Kuhherden.
Gesichert waren die Schafe auf der Alm mit einem Herdenschutzzaun, einen Meter hoch und mit vier stromführenden Litzen – offenbar kein Hindernis für den Wolf. Die Familie Wernig hat vorsorglich alle verbleibenden Tiere in den Stall geholt: „Sie bekommen jetzt Silofutter und die Chance, sich zu erholen. Wir wissen auch nicht, wie sie künftig auf die Hunde von unseren Nachbarn oder Spaziergängern reagieren. Bislang war das kein Problem, aber wer weiß...“ Langfristiges Ziel sei natürlich, die Tiere wieder auf die Wiesen auszutreiben: „Jetzt müssen wir sie aber erst einmal besänftigen“, seufzt Marieke Wernig.