Die neue Grazer Stadtregierung steht: Welche Ressorts wechseln sollen
Die Kuchenstücke sollen verteilt sein, schon in den nächsten Tagen will man die neuen Stadtregierer der Öffentlichkeit präsentieren. Inklusive überraschender Ressortwechsel, wie man hört.

Der Trommelwirbel erreicht seinen Höhepunkt: Wie aus dem Grazer Rathaus zu hören ist, sind die Grazer Koalitionsverhandlungen zwischen KPÖ und Grünen im Begriff, über die Ziellinie zu gehen. Schon in den nächsten Tagen will man der Öffentlichkeit die künftige Regierungszusammensetzung präsentieren, die ja bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 27. August abgesegnet wird. Dazu werden nicht nur neue Gesichter gehören – sondern dem Vernehmen nach auch überraschende Ressortwechsel.
Wirtschaft soll wandern
Die Grazerinnen und Grazer haben ja beim Urnengang am 28. Juni das gewichtigste Wort gesprochen, formal werden nun aber die Stadtsenatsmitglieder noch im Gemeinderat gewählt. Dass Elke Kahr (KPÖ) von den Mandataren wieder zur Bürgermeisterin bestimmt wird, gilt naturgemäß ebenso als gesichert wie die Wahl von Judith Schwentner (Grüne) zur Vizebürgermeisterin. René Apfelknab (FPÖ) indes ist nicht nur als Stadtrat neu – er soll auch im Mittelpunkt der überraschendsten Kompetenzverschiebung stehen: Jedenfalls war es ein zentrales Thema während der Koalitionsverhandlungen, das Wirtschaftsressort von Kurt Hohensinner (ÖVP) zu Apfelknab zu transferieren. Mit dem Bestreben, das aus Sicht der Koalition kritische „Dauerfeuer“ von ÖVP und Wirtschaftskammer in ihre Richtung zu unterbinden.
Stadtplanung aus einem Guss?
Im Gegenzug sollen zwei weitere Überlegungen nun doch vom Tisch sein, welche der ÖVP wohl zu sehr zugesetzt hätten: So hätte Hohensinner den Sport an Apfelknab verlieren sollen – zudem wurde der KPÖ nachgesagt, Gusto auf das Kulturressort zu haben, was aber eher auszuschließen sein soll. Auch hier, heißt es an der Spekulationsbörse, sei die Überlegung gewesen, der Kulturszene – und damit einem Teil der eigenen Wählerschaft – Sparzwänge selbst zu erklären und dies nicht Claudia Unger (ÖVP) als Kulturstadträtin zu überlassen.

Bleibt bei den Kompetenzen von Kahr und Schwentner alles gleich? Möglicherweise nicht. So sendet der Gangfunk im Grazer Rathaus folgende Signale: Um künftig quasi Stadtplanung aus einem Guss zu ermöglichen, wird Schwentner auch Gusto auf die Bau- und Anlagenbehörde nachgesagt. Und: Robert Krotzer (KPÖ) könnte von seiner Mentorin Elke Kahr das Sozialressort erben – um die Staffelübergabe innerhalb der Kommunisten mit dem für sie wichtigsten Ressort vorzubereiten?
